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Home Sonderthemen Gesamtausgabe 116 117 – Die Nummer des Bereitschaftsarztes
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21:24 14.02.2020
Bei Unfällen kommen meistens der Rettungsdienst und der Notarzt. Sie werden über die Notrufnummer 112 alarmiert. Fotos: benjaminnolte, Doc Rabe Media - stock.adobe.com

Im Notfall 112

Bei akuten, möglicherweise lebensbedrohlichen Notfällen muss in Deutschland und innerhalb der EU der Notruf 112 für die sofortige Notfallbehandlung gerufen werden. Es kommt der Rettungswagen, den man an Blaulicht und Martinshorn erkennt. An Bord sind immer Notfallsanitäter. Der Rettungswagen kommt bei einem akuten Notfall, beispielsweise bei einem Unfall oder Herzinfarkt, zum Einsatz. Das Fahrzeug verfügt über Geräte zur Beatmung oder für andere lebensrettende Maßnahmen. Wird ein Notarzt benötigt, fährt dieser separat mit dem Notarzteinsatzfahrzeug zum Einsatzort. Nicht ganz so umfangreich ausgestattet ist der Krankenwagen. An Bord sind zwei Notfallsanitäter. Sie leisten Unterstützung, wenn Patienten zum Beispiel liegend transportiert werden müssen.

Mit Ärzten ist es häufig so: Immer wenn man sie braucht, haben sie keine Sprechstunde. Soll man dann mit einem entzündeten Hals, dem Hexenschuss oder einem Splitter im Fuß ins Krankenhaus fahren, wo die Notfallaufnahme doch sowieso schon so stark überlastet ist? Aber solange warten, bis die Arztpraxis des Vertrauens wieder geöffnet hat, ist meistens auch keine Lösung.

Für alle Patienten, die akute Beschwerden haben und dringend ärztliche Hilfe benötigen, gibt es die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes 116 117. Geschulte Mitarbeiter nehmen das Anliegen der Anrufer auf und vermitteln sie an die richtige Anlaufstelle. Das kann – je nach Krankheitsbild und Zeitpunkt – der Haus- oder Facharzt, die Notaufnahme oder die Bereitschaftspraxis sein. Bei akuten Notfällen steht Patienten damit der Weg ins Krankenhaus ebenfalls offen.

Und diese Nummer sollten sich alle gesetzlich versicherten Patienten noch aus einem anderen Grund merken: Sie vermittelt auch Facharzttermine zeitnah.

Die Kassenärztliche Vereinigung hat die Nummer 116 117 zu einem umfassenden Patientenservice ausgebaut. Die Nummer ist 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche erreichbar.


„Aus einer Nummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst am Wochenende wird zukünftig ein Patientenservice, der rund um die Uhr für Menschen mit akuten Beschwerden oder Terminanfragen erreichbar ist“, kommentiert Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) die Neuerung, die seit Januar umgesetzt wird.

Nur vier von zehn Patienten müssen in Deutschland länger als drei Tage auf einen Arzttermin warten. Das ist das Ergebnis der jüngsten Versichertenbefragung der KBV. Bei Facharztterminen kann die Wartezeit etwas länger sein. Für Patienten ist es dennoch oft schwierig zu erfahren, welcher Arzt in der Umgebung zeitnah einen Termin frei hat.

Für Unterstützung bei der Arztterminsuche können sich gesetzlich versicherte Patienten heute schon an die Terminservicestelle ihrer Kassenärztlichen Vereinigung wenden. Dort hilft man ihnen weiter und vermittelt Termine an Haus- und Fachärzte.

Seit Januar 2020 führen die Kassenärztlichen Vereinigungen ihren Terminservice unter der bundesweit einheitlichen Nummer 116 117 zusammen. Die Nummer ist rund um die Uhr erreichbar. Auch Online-Terminvereinbarungen sind durch einen neuen eTerminservice ab Januar für alle gesetzlich Versicherten Patienten möglich.

Aber wichtig: Patienten erhalten keine Wunschtermine und sollten auch zukünftig zuerst selbst versuchen, einen Termin bei einem Arzt zu vereinbaren.

Neben dem neuen Terminservice bietet die 116117 zukünftig auch rund um die Uhr Hilfe bei akuten Beschwerden. KVB-Vorsitzender Dr. Gassen ist sich sicher: „Die 116 117 ist zukünftig die Nummer, unter der Patienten den Bereitschaftsdienst erreichen können, Arzttermine vereinbaren können und rund um die Uhr an die richtige Anlaufstelle vermittelt werden. Die 116 117 wird damit zum Patienten-Navi.
  

In Deutschland wählt man für Feuerwehr und Rettungsdienst die 112. Über diese Nummer werden EU-weit die Notdienste alarmiert.

Viele Hilfesuchende wählen den Notruf noch manuell und entsperren dafür zunächst das Telefon, starten die Telefon-App und wählen die 112. Das ist der langsamste Weg zur Hilfe. Moderne Smartphones haben seit einigen Jahren praktische Abkürzungen zum Notruf eingebaut. iPhone-Nutzer drücken fünfmal auf die Sperrtaste oder halten Sperr- und eine der Lautstärketasten länger gedrückt. Im folgenden Menü kann man per Fingerwisch den Notruf wählen. Android-Nutzer müssen die Funktion möglicherweise erst aktivieren. Sie ist meist in den Einstellungen zu finden, bei Samsung etwa unter „Datenschutz & Sicherheit“, bei anderen Herstellern unter „System“.

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