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Home Sonderthemen Ostholstein 19 neue Tischlergesellen am Start
11:49 02.09.2019
Geschafft: Die neuen Tischlergesellen treten nun ins richtige Berufsleben ein. Am vergangenen Freitag feierten sie in der Sparkasse Holstein in Eutin ihre Freisprechung.. Foto: hfr

Die Tischlerinnung Ostholstein mit ihrem Obermeister Jürgen Wulf hat 19 Auszubildende in der Sparkasse Holstein in Eutin freigesprochen. 

„Es hatten sich in diesem Jahr 20 Auszubildende aus Ostholstein und Plön zur Gesellenprüfung angemeldet“, erklärt Volker Wiencke, Vorsitzender des Prüfungsausschusses für Ostholstein und Plön. „In der Addition von Theorie und Praxis ergeben sich zwei gute, 14 befriedigende und drei ausreichende Leistungen. Ein Prüfling ist aufgrund der mangelhaften praktischen Leistungen durch die Prüfung gefallen und kann in einem halben Jahr die Arbeitsprobe wiederholen.“

Zum Landeswettbewerb fährt Timo Glatzer. Damit wird seine besonders gute Leistung gewürdigt. Für den Wettbewerb „Gute Form“ wurde ebenfalls Glatzer sowie Ben Fechtner nominiert.

Zwischen Theorie und Praxis gibt es einige Unterschiede, erläutert Wiencke. „In der Theorie haben wir einmal sehr gut, viermal gut, 13 befriedigende und zwei ausreichende Leistungen bewerten dürfen. Da die Arbeitsprobe anscheinend schwer zu fertigen war, gab es in diesem Teilbereich nur sechs befriedigende, zehn ausreichende und vier mangelhafte Leistungen.
  

Die Gesellenstücke fielen dagegen besser aus, so dass es eine sehr gute, acht gute, neun befriedigende und nur zwei ausreichende Leistungen gab. In der Praxis gab es somit als Addition beider Teilleistungen eine gute, zwölf befriedigende, sechs ausreichende und eine mangelhafte Leistung.“

Der Weg bis zur Freisprechungsfeier war lang. Bereits im April wurden die unterschiedlichen Vorschläge zum Gesellenstück vom Prüfungsausschuss teilweise nur eingeschränkt oder nach vollständiger Überarbeitung zur Fertigung freigegeben. Die veranschlagte Fertigungszeit der Gesellenstücke durfte dabei 100 Arbeitsstunden nicht überschreiten. Am 18. Juni wurde die theoretische Prüfung abgenommen, die aus vier Prüfungsteilen bestand und mit einem zeitlichen Umfang von 360 Minuten ganztägig stattfand.
  

Den zweiten umfangreichen Prüfungsteil mussten die Prüflinge zwei Tage später in der Tischlerwerkstatt an den Berufsschulstandorten des Kreises in Eutin und Oldenburg ableisten. Es handelte sich hierbei um eine Pinnwand mit Schreibpultfunktion, die in sieben Stunden anzufertigen war.

Der letzte Teil der Prüfung fand dann in den Ausbildungsbetrieben statt. Vom 7. August an fertigten die Prüflinge ihre Gesellenstücke an. Diese Arbeiten umfassen eine Vielzahl unterschiedlicher Möbelstücke vom Schreibtisch über das TV-Möbel bis zum Strandkorb. Ein großes Lob zollt Obermeister Jürgen Wulf nicht nur der Leistung der neuen Junggesellen. „Auch ist der Prüfungsausschuss zu loben“, sagt der Obermeister. „Der Ausschuss leistet die Prüfungsarbeit ehrenamtlich zusätzlich neben der täglichen Arbeit.“

Einen großen Dank spricht Jürgen Wulf auch der Sparkasse Holstein aus. „Diese hat in diesem Jahr wieder ihre Räume zur Verfügung gestellt.“ In der Schalterhalle sind noch bis zum nächsten Freitag, 6. September, die Gesellenstücke während der üblichen Öffnungszeiten zu sehen.“ bg
   

Obgleich es für das Handwerk schwieriger wird, in benötigter Zahl geeignete Nachwuchskräfte für die angebotenen Ausbildungsstellen zu finden, trotzen die Handwerksunternehmen in den Kreisen Ostholstein und Plön im Jahr 2019 diesem allgemeinen Trend. So wurden trotz teilweise fehlender Bewerber durch die Betriebe aus den beiden Kreisen bei der Handwerkskammer Lübeck für das in diesen Tagen beginnende neue Ausbildungsjahr bis Ende Juli drei Prozent mehr neue Ausbildungsverträge zur Eintragung eingereicht, als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Insgesamt werden Ostholstein und Plön derzeit rund 2000 Nachwuchskräfte in fast 1000 Meisterbetrieben des Handwerks auf die Gesellenprüfung und die Herausforderungen des Berufslebens vorbereitet – der Frauenanteil liegt bei 20 Prozent.

Trotzdem bleiben viele Ausbildungsstellen zwischen Schwentinental und Bad Schwartau unbesetzt. Zum Ausbildungsbeginn August 2019 warteten allein im Großraum Lübeck noch mehr als 90 offene Lehrstellen aus nahezu allen Handwerken auf Interessenten: Im Baugewerbe, Elektrohandwerk, Kraftfahrzeuggewerbe, Maler- und Lackiererhandwerk, Metallhandwerk sowie als Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs-, Klima- und Klempnertechnik und für angehende Tischler oder Friseure sind noch Ausbildungsplätze frei. bg


Bjarne Aagard, Jacub Sitowski (Gollan Bau, Beusloe)

Laura Gartenbröcker, Fabian Becker (Tischlerei Wulf, Grönwohldshorst)

Henrik Haak (Ingenieurbüro Specht, Landkirchen/Fehmarn)

Lara Hasenpusch (Tischlerei Burmeister, Blekendorf)

Tobias Lemke, Yannek Theß (Tischlerei Tretow, Neustadt)

Dominik Wellhöner (Tischlerei Schödel, Oldenburg)

Leandra Burau (Tischlerei Mielke, Süsel)

Felix Burinski (Tischlerei Ploog, Plön)

Ben Fechtner (Tischlerei Böttger, Gut Testorf)

Timo Glatzer (Tischlerei Mielke, Süsel)

Bjarne Günther (Tischlerei Haaks, Brackrade)

Pierre Leuenberg (Tischlerei Müller & Co., Preetz)

Nils Liebrecht (Tischlerei Hans Rathje, Schellhorn)

Sven Lips, Jonas Schrader (Tischlerei Holst, Nüchel)

Julian Sauff (Tischlerei Boekhoff, Pansdorf)

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