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Home Sonderthemen Gesamtausgabe AOK Nord-West will Kurzzeitpflege in Reha-Einrichtungen fortsetzen
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11:50 18.05.2020
Im Gespräch über die Pflegesituation in Schleswig-Holstein: AOK-Vorstandschef Tom Ackermann (links) und Staatssekretär Andreas Westerfellhaus, Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung. Foto: AOK/hfr

Die AOK NORDWEST will sich dafür einsetzen, die Kurzzeitpflege in Reha-Einrichtungen in Schleswig-Holstein auch nach der Corona-Krise fortzusetzen. Das kündigte AOK-Vorstandsvorsitzender Tom Ackermann in einem Gespräch mit dem Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung, Staatssekretär Andreas Westerfellhaus, an. „Damit können wir die angespannte Lage deutlich entschärfen und unkompliziert rasch zusätzliche Kurzzeitpflegeplätze schaffen. Das wäre eine gute Nachricht für die betroffenen Pflegebedürftigen und deren Angehörige“, sagt Ackermann.

Seit Jahren ist ein Rückgang der Kurzzeitpflegeplätze zu verzeichnen. Bislang durfte die Leistung nur in speziellen Kurzzeitpflege-Einrichtungen und in Pflegeheimen durchgeführt werden. Die aktuelle Corona-Pandemie hat die Situation für die Betroffenen und deren Angehörige noch einmal deutlich verschärft. Deshalb wurden Reha-Einrichtungen zunächst befristet bis zum 30. September gebeten, Kurzzeitpflegeplätze vorzuhalten und die Kapazitäten von Krankenhäusern für Patienten mit pflegerischem Nachversorgungsbedarf zu entlasten. Davon können jetzt auch Pflegebedürftige und ihre Angehörige profitieren, wenn nach einem Krankenhausaufenthalt oder bei Abschluss einer Rehabilitation kein Platz in einem Pflegeheim gefunden werden kann.

Die AOK NORDWEST steht als Verhandlungsführerin für die gesetzlichen Krankenkassen derzeit in Gesprächen mit Reha-Einrichtungen. Ziel ist, auch nach dem 30. September Kurzzeitpflegeplätze vorzuhalten und die Situation für die betroffenen Patienten damit zu verbessern. Viele Einrichtungen haben Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit bekundet. Im nächsten Schritt wird es nach den Worten Ackermanns darum gehen, die Kurzzeitpflege um Leistungen zur Stärkung der Pflegebedürftigen zu ergänzen. „Wir müssen Kurzzeitpflege auch inhaltlich neu denken, die Behandlungsqualität von Pflegebedürftigen steigern, indem wir Ressourcen stärken. Dauerhaft müssen wir zu Kurzzeitpflege-Einrichtungen mit multiprofessionellen Teams statt eingestreuten Betten kommen“, sagt der AOK-Chef. Außerdem braucht es eine flächendeckend und zukunftsorientierte Pflegebedarfsplanung.

Der Pflegebevollmächtigte, Andreas Westerfellhaus, hält Ackermanns Vorschlag für einen guten Weg, zu mehr Kurzzeitpflegeplätzen und gleichzeitig zu mehr Qualität in der Pflege zu gelangen. Westerfellhaus wies in diesem Zusammenhang auf sein Diskussionspapier zur Einführung eines Entlastungsbudgets hin. Danach sollen zukünftig ein Entlastungsbudget und ein Pflegebudget nahezu alle Ansprüche für die Pflege zu Hause umfassen, in das auch die Leistungen der Kurzzeitpflege eingebunden werden.
  

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