Menü
Anmelden
Wetter wolkig
22°/7°wolkig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland

Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck

Home Sonderthemen Gesamtausgabe Ausgewogene Ernährung und regelmäßige Pflege machen Zähne stark
16:31 13.03.2020
Obst ist zwar grundsätzlich nicht ungesund, denn es enthält viele Vitamine, jedoch auch viel Zucker, der die Zähne angreifen kann. Foto: pilipphoto - stock.adobe.com

Da die Zähne ein Leben lang starken Belastungen standhalten müssen, stellt die Mundgesundheit ein hohes Gut dar. Viele Menschen denken, dass es ausreicht, wenn sie ihre Zähne regelmäßig putzen und nicht so viele Süßigkeiten essen. Doch zur Mundgesundheit gehört mehr. 

Wer seinen Zähnen einen Gefallen tun möchte, benutzt Zahnpasta mit Fluorid. „Auch wenn immer wieder die falsche Behauptung auftaucht, dass dieser Inhaltsstoff schädlich sei, stärkt er tatsächlich den Zahnschmelz und beugt auf diese Weise Karies vor. Erwachsene sollten deshalb eine Creme mit 1500 Milligramm Fluorid pro Kilogramm verwenden, bei Kindern reichen 500“, rät Dr. Lutz Spanka, Master of Science für Implantologie und Dentalchirurgie sowie Kieferorthopädie im ZahnZentrum NordWest. Neben der klassischen Reinigung erweist sich außerdem der tägliche Einsatz von Zahnseide als hilfreich, denn diese erreicht auch die schwer zugänglichen Zwischenräume, in denen sich häufig Bakterien ansiedeln.

Außerdem gehören regelmäßige Kontrolltermine beim Zahnarzt zum Pflichtprogramm. Der Zahnarzt klärt auch über die geeignete Zahnpflege und die professionelle Zahnreinigung auf.

Eine ausgewogene Ernährung trägt einen großen Teil zur Mundgesundheit bei. Insbesondere Milchprodukte wie Käse oder Joghurt enthalten Kalzium, das den Schmelz stärkt und seiner Demineralisierung entgegenwirkt. Vollkornprodukte, die gut gekaut werden müssen, stärken die Kiefermuskulatur und faserreiche Lebensmittel wie Gemüse reinigen während des Essens die Zahnoberfläche. Nach dem Essen hilft Wasser den Zähnen, beispielsweise als Getränk oder zum Ausspülen. Wer unterwegs zuckerfreies Kaugummi kaut, regt zudem die Speichelproduktion an und spült damit schädlichen Zucker und Säuren aus dem Mundraum. Wasser erzielt denselben Effekt.

Dass Bakterien im Mund Zucker in Säure umwandeln, die die Zähne angreift, wissen die meisten Menschen. „Dabei denken sie allerdings oftmals nur an Süßigkeiten und vergessen, dass sich Zucker in Form von Fruktose ebenfalls in Früchten und damit auch in vermeintlich gesunden Säften oder Smoothies versteckt“, verrät Dr. Spanka.

Neben Zucker stellen auch Weißmehlprodukte wie Toast oder weiche Brötchen nicht die gesündeste Wahl dar. Durch sie reduziert sich die Kaufunktion, wodurch sich der Kiefer dauerhaft zurückbilden kann und Zähne möglicherweise ihren Halt verlieren. Zigaretten gehören ebenfalls zu den Zahngefahren. Denn Nikotin sorgt nicht nur für gelbliche Verfärbungen, sondern verengt zusätzlich die Blutgefäße, was zu einer schlechten Durchblutung des Zahnfleisches führt und es anfälliger für Krankheiten macht. Auch bei gestressten Menschen steigt das Risiko für Erkrankungen wie Parodontitis. Stress führt zudem oft zu schädlichem Zähneknirschen.


Über die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen trägt irgendwann einmal eine Zahnspange. Fakt ist: Das kann richtig teuer werden. „Oft sind Eltern und Kinder unsicher, ob eine kieferorthopädische Behandlung überhaupt notwendig ist“, sagt Kieferorthopäde Dr. Johannes Schenkel von der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland.

„Eine Zahnspange kann ratsam sein, wenn die Zahn- und Kieferfehlstellungen zu medizinischen Problemen wie Kopf- und Rückenschmerzen, Muskelverspannungen, Zähneknirschen oder Sprechstörungen führen können“, so der Zahnmediziner. Neben medizinischen können auch ästhetische Gründe für eine Zahnspange sprechen. Da in diesem Fall keine medizinische Notwendigkeit besteht, übernehmen die Kassen keine Kosten.

Wann zahlt die Krankenkasse?
Im ersten Schritt prüft der Kieferorthopäde Zahn- und Kieferstellung und stuft diese in die sogenannten Kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG) 1 bis 5 ein. Stellt er bei der Untersuchung den KIG-Behandlungsgrad 3, 4 oder 5 fest, übernimmt die Krankenkasse die Kosten – allerdings nur bis zum 18. Lebensjahr. Das ist der Fall, wenn beispielsweise Kiefer- oder Zahnstellung das Beißen, Kauen, Sprechen, Atmen, den Mundschluss oder die Gelenkfunktion beeinträchtigen.

Die Eltern tragen vorerst einen Eigenanteil von 20 Prozent der Behandlungskosten. Erst nach erfolgreich abgeschlossener Behandlung erstattet die Kasse das Geld zurück. „Eltern und Kinder sollten darauf achten, die Zahnspange wie vorgeschrieben zu tragen und die Zähne regelmäßig und richtig zu pflegen“, rät Dr. Schenkel. Wird die Behandlung abgebrochen bleiben die Eltern auf dem Eigenanteil sitzen.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten, zahlt sie für die einfachste Versorgung. Wünschen Eltern oder Kinder darüber hinaus gehende Leistungen müssen diese Mehrleistungen aus eigener Tasche bezahlt werden. „Lassen Sie sich und dem Kind das Kassenmodell und alternative Selbstzahler-Modelle vom Kieferorthopäden zeigen. Nehmen Sie diese in die Hand und vergleichen Sie die Unterschiede. Ein Kassenmodell ist nicht per se schlecht. In jedem Fall erfüllt es den medizinischen Zweck auf wirtschaftliche Weise“, rät Dr. Schenkel. Der Kieferorthopäde ist auch verpflichtet, dem Patienten vor der Behandlung eine detaillierte Kostenaufstellung mitzugeben. Dieser Heil- und Kostenplan soll für Klarheit bei den Behandlungskosten sorgen.

Eine Zweitmeinung einholen
Eine Zweitmeinung kann sinnvoll sein, wenn es um die Frage geht, ob gesunde Zähne in der Kieferorthopädie gezogen werden sollten oder nicht. Auch wenn sich Patienten unzureichend von ihrem Arzt aufgeklärt fühlen oder bei einem frühzeitigen kieferorthopädischen Therapiebeginn beim Milchzahngebiss lohnt eine Zweitmeinung.

Diese Fragen sind wichtig
• Was ist der individuelle Nutzen dieser kieferorthopädischen Behandlung?
• Ist eine geringe Belastung
     

Anzeige
Datenschutz