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Home Sonderthemen Gesamtausgabe Demenz – Die unheimliche Reise in eine neue Welt
13:12 03.10.2019
Mit einem "Erinnerungskoffer" sollen Menschen mit Demenz Anregungen erhalten, sich mit früheren Erlebnissen und Gefhlen auseinanderzusetzen und einen Zugang zu Vergessenem zu finden. Der 1. FC Köln stellte seinen Erinnerungskoffer für demente Fans kürzlich vor. Foto: epd
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Um sich ihren Stolz und ihre Würde zu bewahren, versuchen Demente mit aller Macht, Verluste zu verbergen, erklärt Markus Proske, seit vielen Jahren Demenzberater. Kontrollfragen und Korrekturen machen diese Mühen zunichte. Jeder, der Kontakt zu Dementen habe, solle eines verinnerlichen: „Es macht keinen Sinn, den Betroffenen wieder in die eigene Welt zurückholen zu wollen. Respektieren Sie ihn, begleiten Sie ihn in seine Welt.“  

Kontrollen und Abfragen sind eine Qual

Demenz ist bislang noch unheilbar. Etwa 1,7 Millionen Menschen sind in Deutschland betroffen, Tendenz steigend. „Demenz ist ein Prozess“, betont Proske. „In der Anfangsphase reflektiert jeder Betroffene, dass etwas nicht stimmt.“ Er sei dann in einem emotionalen Notstand, voller Scham, verzweifelt. „Und dann wird er wie ein Kind abgefragt oder korrigiert“, so Proske. „Das ist oft sehr erniedrigend.“ Was ist also zu tun, wenn die Oma auf die Gabel zeigt und sagt: „Gib mir den Löffel“? Experten raten, den gemeinten Gegenstand auszuhändigen, ohne den Fehler zu kommentieren.
 
Aggressionen lassen sich meistens vermeiden  

Verhalte sich ein Demenzkranker aggressiver als vor der Erkrankung, liege das – von seltenen Sonderformen abgesehen – oft am unsensiblen Umgang mit ihm. Ein klassisches Beispiel sei der Vorwurf, man habe sich die ganze letzte Woche nicht einmal gemeldet, erklärt Eva Leistra, Koordinatorin der Demenzdienste beim Malteser Hilfsdienst im Bistum Münster. „Wenn Sie dem Demenzkranken widersprechen, kann das in bösem Streit enden.“ Besser sei es, dem auszuweichen, etwa mit: „Oh Mama, hast du mich so vermisst?“, und sie lieb in den Arm zu nehmen.

Für viel Verdruss sorge oft auch der Vorwurf, bestohlen worden zu sein, erklärt Christa Matter, Geschäftsführerin der Alzheimer Gesellschaft Berlin. Erkrankte vergäßen binnen kürzester Zeit, wo sie Dinge hinlegen und würden oft misstrauisch, weil sie sich nur mit einem Diebstahl erklären können, dass das Geld nicht mehr zu finden ist.

Proske sagt: „Alles, was ein dementer Mensch macht, hat einen tieferen Grund.“ Wenn auch nicht für uns, für ihn selbst sei er vollkommen schlüssig. Geldbeutel, Schlüssel oder Schuhe würden zum Beispiel gern im Kühlschrank deponiert. Der werde als ein Schrank wie jeder andere wahrgenommen und enthalte zudem etwas Wichtiges: das Essen. „Noch dazu ist er mit Licht ausgestattet – wie praktisch.“

Wichtig: Das Gefühl, gebraucht zu werden

Missachtet werde im Umgang mit Erkrankten oft ein zutiefst menschliches Bedürfnis: das Gefühl, gebraucht zu werden. „Sich nützlich zu fühlen, ist wichtig fürs Selbstwertgefühl“, so Proske. Es könne schon helfen, einem Maler Tapete und Malzeug zur Verfügung zu stellen oder einen Bauern zu fragen, wie er früher gewirtschaftet habe. Eine Brücke in die Vergangenheit können auch Lieder aus der Kindheit sein, ergänzt Leistra. „Musik ist der Schlüssel zum Herzen vieler Demenzkranker.“

Angehörigen dementer Menschen raten die Experten dringend dazu, Schulungen zu besuchen. In Lübeck und Kiel bietet das Patienteninformationszentrum des UKSH regelmäßig kostenlose Kurse und Vorträge für pflegende Angehörige und Interessierte. Das Kursangebot gibt es im Internet unter www.uksh.dePIZ


Ein Leben miteinander und füreinander steht im Mittelpunkt des Konzepts Wohnen mit Tagespflege. Foto: AMEOS
Ein Leben miteinander und füreinander steht im Mittelpunkt des Konzepts Wohnen mit Tagespflege. Foto: AMEOS

Die AMEOS Einrichtungen Ratzeburg bieten vielfältige Leistungen rund um Wohnen, Pflege und Gesundheit. Dazu gehören auch die Angebote der AMEOS Pflege Ratzeburg. Denn für jeden soll bis ins hohe Alter das Wichtigste erhalten bleiben – die Lebensqualität.

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Die Bewohner genießen viel Geselligkeit und Gemeinschaft. „Ich bin gern in der Gruppe und fühle mich hier gut aufgehoben“, ist immer wieder zu hören.

Denn dank der zahlreichen gemeinsamen Aktivitäten hat sich eine sehr familiäre Atmosphäre entwickelt, die Bewohner und Mitarbeitende gleichermaßen schätzen.

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Wohnen mit Tagespflege
Röpersberg 45, 23909 Ratzeburg
Tel.: 04541/ 13 35 44
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