Menü
Anmelden
Wetter wolkig
18°/7°wolkig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland

Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck

Home Sonderthemen Gesamtausgabe Der milde Winter und seine ungesunden Spätfolgen
Jetzt kostenlos TestenZur Anmeldung
10:05 14.02.2020
Der milde Winter sorgt auch weiterhin dafür, dass die Blutsauger aktiv bleiben. Zecken können dabei gefährliche Krankheiten übertragen. Foto: Patrick Pleul
KLB Gesundheitsforschung Lübeck GmbH
Mahlke Hörakustik

Die abschließenden Zahlen für den diesjährigen Winter sollen erst nach den Messungen im Februar vorliegen. Aber schon jetzt ist absehbar: Der aktuelle Winter wird wohl zwei bis drei Grad Celsius zu warm sein. Das wirkt sich auf die Gesundheit vieler Menschen aus.

ALLERGIKER
„Das vorherherrschend milde Wetter gibt der Natur wenig Anlass zur Einhaltung der Winterruhe“, teilte die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst in Berlin online mit. „Der ,Antiwinter’ verschärft die Pollenflugsituation bei Hasel und Erle“, hieß es. Laut Gefahrenindex seien bereits Pollen unterwegs.

PLAGEGEISTER
„Bestimmte Insekten überleben bei einem warmen Winter“, sagt DWD-Wetterexperte Frank Kreienkamp. Normalerweise würden etliche Insekten im Winter sterben. Nur die im Herbst abgelegten Eier würden für eine neue Population sorgen. Das milde Wetter trägt dazu bei, dass sich Mücken, Fliegen, Wespen oder Zecken stark vermehren und zum Teil sogar im Winter aktiv sind.

KRANKHEITEN
In einem milden Winter ist die Ansteckung mit Grippe nicht so wahrscheinlich wie sonst. Bei sehr kaltem und ungemütlichem Wetter würden sich Menschen länger in geschlossenen Räumen aufhalten, meint Silke Buda vom Robert Koch-Institut in Berlin. Die Schleimhäute seien durch die trockene Heizungsluft dann anfälliger für eine Infektion, auch die Tröpfchen würden länger in der Luft schweben.

Schütt & Grundei
Überfallartige Beschwerden: Im Gegensatz zur Erkältung bricht eine Grippe ganz plötzlich aus. Foto: Christin Klose/ dpa-tmn
Überfallartige Beschwerden: Im Gegensatz zur Erkältung bricht eine Grippe ganz plötzlich aus. Foto: Christin Klose/ dpa-tmn

Während der Coronavirus Covid-19 die Welt in Atem hält, ist hierzulande die Grippewelle losgerollt. Dabei sind Tausende Fälle und auch tödliche Verläufe die Regel.

„Die Welle wird sich noch etliche Wochen hinziehen“, sagt Silke Buda vom Robert Koch-Instituts (RKI). Sich noch impfen zu lassen, sei möglich. Empfohlen wird die Impfung unter anderem Menschen ab 60, chronisch Kranken, Schwangeren sowie Ärzten oder Pflegekräften. „Man sollte sich jetzt aber sputen: Bis der Schutz aufgebaut ist, dauert es bis zu 14 Tage“, sagte Buda.

Eine Impfung lohnt sich auch jetzt noch. Das gilt selbst für Schwangere und besonders für Ältere. Auch Kinder können ab einem Alter von sechs Monaten geimpft werden.

Nach RKI-Schätzungen werden im Verlauf von Grippewellen fünf bis 20 Prozent der Bevölkerung angesteckt. Mehrere Zehntausend Tote bei heftigen Wellen werden angenommen – meist sind Senioren betroffen, die das höchste Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben.

Im Gegensatz zu einer Erkältung beginnt eine echte Grippe meistens sehr plötzlich. Zu typischen Symptomen zählen Fieber, Husten, Halsschmerzen, Schnupfen, Glieder- und Kopfschmerzen sowie ein allgemeines Krankheitsgefühl. Anders als die Erkältung ist die Grippe alles andere als harmlos. Ärztlicher Rat ist unbedingt sinnvoll – auch wenn gegen die Krankheit oft kein echtes Kraut gewachsen ist.

Grippeviren verbreiten sich unter anderem über direkten Körperkontakt, beim Händeschütteln etwa, sowie über Dinge, die viele Menschen anfassen, wie der Haltegriff in der Bahn. Wer sich schützen will, sollte seine Hände vom Gesicht fernhalten – und sich dazu häufig und gründlich mindestens 20 Minuten lang mit Seife die Hände waschen.

Bei einer Erkrankung helfen in wenigen Fällen verschreibungspflichtige Medikamente. Ansonsten sollte man zu Hause bleiben, sich schonen, von anderen Menschen fernhalten und benutzte Taschentücher sofort entsorgen.

WWW.GESUNDHEITS-INFORMATION.DE
    

13
/
19
Anzeige
Datenschutz