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Home Sonderthemen Stormarn Des Baumes zweites Leben
15:21 10.06.2020
Furnierblätter werden auf Span-, MDF- und Multiplexplatten sowie Sperrholz oder Massivholz-Stäbchenplatten geleimt. Foto: Initiative Furnier + Natur (IFN)

Furnier? Was ist das überhaupt? Furnier ist grundsätzlich aus echtem Holz. Um aus einem Baum Furnier zu machen, muss das perfekte Exemplar im Wald gefunden werden. Üblicherweise werden Baumarten wie Ahorn, Buche, Eiche, Esche oder Nussbaum – zumeist aus Europa – zur Herstellung von Furnier verwendet.

Perfekt für das Fällen des Baumes ist der späte Winter: „Bis März ist die Luft meist kalt und trocken, der Baum bildet keine neuen Triebe, das Holz ist trocken. Der Baum wird in seiner Winterruhe geerntet“, erklärt die Geschäftsführerin der Initiative Furnier + Natur (IFN), Ursula Geismann.

Ist der Baum im Furnierwerk angekommen, werden zunächst alle Baumstämme gestapelt und ordentlich gewässert. Wenn das Holz genügend Feuchte aufgenommen hat, werden die Bäume entrindet. Das Schälen des Baumes funktioniert spiralartig um die eigene Achse und das Messern senkrecht, wie beim Schneiden von Brot. Dadurch entstehen unterschiedliche Furnierbilder.

Wie dick das Furnier wird, richtet sich unter anderem nach dem späteren Verwendungszweck. Normalerweise beginnt ein Furnierblatt bei guten 0,45 Millimetern und endet bei gut sechs Millimetern, andere Dicken sind auf Wunsch ebenfalls möglich. Die Furnierblätter werden langsam und vorsichtig heruntergetrocknet. So wird verhindert, dass das Holz wellig wird oder reißt. Die getrockneten Blätter werden schließlich je nach Qualität unterteilt und nach Sorten gestapelt.

Nach dem Zuschnitt setzt man die einzelnen Blätter zu einem sogenannten Deck zusammen. Dieses wird für Möbeloberflächen mit Leim und unter hohem Druck auf Spanplatten, MDF-Platten, Multiplexplatten, Sperrholz oder Massivholz-Stäbchenplatten aufgebracht. Furnierblätter finden auch bei ökologischen Lifestyleprodukten Verwendung. So gibt es Furnier-Ski, Brillen, Taschen, Kiteboards, Leuchten, Mouse-Pads und vieles mehr. IFN
   

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