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Home Sonderthemen Lauenburg Die Stecknitz-Region – Vielfalt von Natur und Kultur
09:54 05.08.2019
Willkommen in der Stecknitz-Region: Einfahrt zur Schleuse in Berkenthin. Fotos. Thomas Biller

Für die Einheimischen zwischen Lübeck und Mölln gehört die wunderschöne Natur und das breite kulturelle Angebot zur Lebensqualität, für „Entdecker“ und Besucher bietet sie viel Überraschendes und Einzigartiges: die Stecknitz-Region im Norden des Kreises Herzogtum Lauenburg. 

Die Stecknitz selbst ist ein Fluss, der dem Möllner Ziegelsee entspringt, bei Lübeck in die Trave fließt und so mit der Ostsee verbunden ist. Bereits im Mittelalter hatte man die wirtschaftliche Bedeutung dieses Wasserweges erkannt und den Fluss zu einem Wasserweg gestaltet, der mit einem über die Delvenau geschaffenen Kanal die Elbe mit der Hansestadt Lübeck verbindet. Heute heißt diese Wasserstraße Elbe-Lübeck-Kanal und wird zum Gütertransport und von unzähligen Freizeitkapitänen genutzt. 

Was ursprünglich aus rein wirtschaftlichen Interessen entstanden ist, hat sich längst als Ausflugsziel und als Urlaubsregion etabliert.
  

Um sich rücksichtsvoll den Menschen in der Region gegenüber auf das stetig wachsende Interesse von Gästen und Touristen einzustellen, hat man sich bereits 2007 entschieden, gemeinsam Strategien zu entwickeln. Auf Grund der Lage und mit der eindrucksvollen Schleuse lässt sich die Gemeinde Berkenthin als Zentralort der Region bezeichnen. Hier findet sich auch der Amtssitz für die umliegenden elf Gemeinden. „Heute gehören offiziell insgesamt 14 Gemeinden zur Stecknitz-Region“, sagt Berkenthins Bürgermeister Michael Grönheim.
  

Eingetragener Markenname

In der Amtsverwaltung wird sich professionell des Themas „Tourismus“ angenommen. Stefanie von Levern-Wilke ist dort Geschäftsführerin für den Tourist-Service. Die freundliche Expertin berichtet, dass die Stecknitz-Region als Markenname eingetragen und geschützt ist. „Über die Ausführungen von Maßnahmen, über Festveranstaltungen und Marketing-Produkte trifft unser Beirat für Tourismus, Kultur und regionale Entwicklung die Entscheidungen“, sagt von Levern-Wilke. Hier wurde also früh erkannt, dass „Tourismus, Kultur und regionale Entwicklung“ sehr gut miteinander nicht nur in Einklang zu bringen sind, sondern zusammengehören.

Der Kanalhering (geschaffen im jahr 2003) von Künstler Tim Adam.
Der Kanalhering (geschaffen im jahr 2003) von Künstler Tim Adam.

Als „weißes Gold“ wurde Salz im Mittelalter zuweilen tituliert. Es war für die Haltbarmachung von Lebensmitteln so wertvoll, dass es zeitweise tatsächlich in Gold aufgewogen wurde. Die „Alte Salzstraße“ ist vielen ein Begriff und für den Salzhandel und Salztransport war die Stecknitz von großer Bedeutung.

Das Salzvorkommen war in den Anrainer-Ländern der Ostsee, besonders in Skandinavien, gering, doch spielte gerade dort die Fischerei eine bedeutende Rolle. Ab Lübeck konnten diese Länder problemlos mit Salz versorgt werden, schwierig war der Weg von Lüneburg bis dorthin. Mit dem Bau eines Kanals konnten größere Frachtmengen viel schneller nach Lübeck geschafft werden.
  

Der Kanalhering als Symbol findet sich an vielen Orten wieder – etwa als Aufkleber an dieser Bücherstation.
Der Kanalhering als Symbol findet sich an vielen Orten wieder – etwa als Aufkleber an dieser Bücherstation.

Der Kählstorfer Künstler Tim Adam schuf 2003 die Skulptur „Kanalhering“, die an der Schleuse in Berkenthin zu bewundern ist. Der Standort an der Schleuse ist kein Zufall. In der Beschreibung heißt es: „Der Hering – einst ’Silber der Ostsee’, der Kanal, Träger des ’weißen Goldes’, von Menschenhand gezeichnet, geschnitten und geschaffen, schleust Wohlstand gegen das Gefälle der Natur.“ Als Logo auf der Internetseite der Stecknitz-Region, auf Hinweistafeln und -schildern lässt sich das Werk von Tim Adam mit der hohen Symbolkraft an vielen Orten wiederentdecken.
  

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