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Home Sonderthemen Gesamtausgabe Friedhöfe gehören zur Trauerkultur
15:14 08.04.2019
Pröpstin Frauke Eiben. Foto: t.berg/hfr
Rolf Paulsen Bestattungen
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Kirchliche Friedhöfe sind Orte des Trostes und der Auferstehungshoffnung, nicht nur Orte der Trauer, Erinnerung und Begegnung. Jeder Mensch soll mit Gebet und Segen in Würde bestattet werden. Die Angehörigen zu unterstützen und zu trösten ist eine zentrale Aufgabe der Barmherzigkeit und Nächstenliebe.

„Ich gehe gerne über Friedhöfe – nicht nur von Berufs wegen“, sagt Frauke Eiben, Pröpstin im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg. „Friedhöfe erzählen von gelebtem Leben, von Hoffnung und Schmerz, von Trauer und neuem Lebensmut.“ Mit dieser Vorliebe ist die Theologin nicht allein. Die Menschen zieht es seit jeher an die Orte der Toten. Wallfahrten zu heiligen Stätten und Grabstätten von Heiligen haben eine lange kulturhistorische Bedeutung. Berühmte Persönlichkeiten wie Künstler oder Politiker heben manchen Friedhof bis heute in die Reiseführer und Tourismusportale.

„Gerade im Urlaub verschlägt es manchen auf den Friedhof, nicht nur um an das Grab eines Prominenten zu treten, sondern weil es faszinierend und anrührend ist, die Trauerkultur in anderen Regionen und Ländern wahrzunehmen und mit unseren Hoffnungen in Beziehung zu setzen“, sagt Pröpstin Frauke Eiben. „Friedhöfe geben Auskunft über das, was eine Gemeinschaft glaubt und hofft, über Wunden und Verletzungen, über Erinnerung und Wertschätzung: sie sind das Gedächtnis eines Ortes. Das macht sie zu einem besonderen Raum.“

Die kirchlichen Friedhöfe sind zudem ein starkes Zeugnis der Glaubenshoffnung, so Pröpstin Frauke Eiben. Viele Grabmale seien ein Glaubensbekenntnis, in dem sie den Namen des verstorbenen Menschen mit einem Bibelwort oder einem christlichen Symbol verbinden. „Sie geben Auskunft von der Hoffnung die in uns ist und geben Antwort auf die Frage: Wo ist der Verstorbene jetzt. Die Antwortet lautet schlicht: Bei Gott.“


Begleiter für den letzten Weg (v.l.): Christian Paulsen, Petra Paulsen undJörg Paulsen. Foto: HFR
Begleiter für den letzten Weg (v.l.): Christian Paulsen, Petra Paulsen undJörg Paulsen. Foto: HFR

Ich weiß nicht, was Mutti wollte.“ Der Tod kündigt sich niemals an – und die Hinterbliebenen stehen ratlos in ihrer Trauer da. „Spätestens in dem Augenblick wird vielen deutlich, wie wichtig die Vorsorge ist“, sagt Christian Paulsen, Inhaber in fünfter Generation des Bestattungshauses Paulsen in Bad Oldesloe.

Der Bestattermeister nimmt sich viel Zeit für die Beratung. „Am Ende soll der Trauerprozess abgeschlossen sein, damit Familie, Angehörige und Freunde sich wieder dem Leben zuwenden können“, sagt er.

Die traditionellen Friedhöfe sind sinnvoll – dort bleibt die Trauer zurück, dort kann man sich aber auch ihrer erinnern. Die Familienstrukturen haben sich aber verändert. „Es gibt viele Alleinstehende oder kinderlose Menschen“, sagt Christian Paulsen. Er hatte schon vom Ordnungsamt beauftragte Beisetzungen – anonym, ohne Feier, selbst die wenigen engen Freunde konnten nicht am Grab Abschied nehmen. „Es gab keine Verfügung“, sagt Paulsen bedauernd. „In Bayern ist das anders geregelt, da gibt es für jeden Menschen eine Trauerfeier. Ich finde das würdevoller.“

Christian Paulsen rät daher zur Vorsorge. „Es gibt keinen passenden Zeitpunkt dafür, aber die eigenen Angelegenheiten sollten geregelt sein – der letzte Tag steht allen bevor.“ Daher sollte man sich beizeiten einen Termin bei einem Bestatter für eine kostenlose Beratung geben lassen. Geklärt werden die Art der Bestattung, die Form der Trauerfeier und die Kosten. „Das Sterbegeld von den Krankenkassen ist seit 2004 entfallen“, gibt Christian Paulsen zu bedenken. Ratsam ist es, eine Versicherung oder einen Bestattungsvorsorgevertrag abzuschließen. „Das Geld ist sicher angelegt.“ Die Finanzierung ist ein Aspekt der Vorsorge. Aber neben der Bestattungsform ist auch die spätere Grabpflege ein Punkt, der langfristig zu klären ist.

ROLF PAULSEN BESTATTUNGEN KG

Hamburger Str. 145, 23843 Bad Oldesloe
Tel. 04531 /3031
www.rolfpaulsen.de

In schweren Zeiten braucht die Seele Hilfe. Manchmal muss es schnell gehen, ein anderes Mal anonym – immer aber menschlich.

Die Pastoren in den Kirchengemeinden sind für die Menschen da. Wenn man nicht weiß, zu welcher evangelischen Kirchengemeinde man gehört, gibt es die Gemeindesuche auf dem Portal des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg. Einfach die Straße und die Hausnummer eingeben – schon wird die Ortsgemeinde mit Kontaktdaten und Ansprechpartnern angezeigt.

Die Notfallseelsorge ist in beiden Propsteien des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg nach einem festen Plan organisiert. An 365 Tagen im Jahr, 24 Stunden täglich sind Pastoren in Krisensituationen da. Sie werden im Notfall von den Rettungskräften oder der Feuerwehr gerufen.

Seit fast 60 Jahren leistet die Telefon-Seelsorge Lübeck emotionale erste Hilfe, indem sie Rat und Hilfe suchenden Menschen niedrigschwellig ein Gespräch anbietet. Jederzeit und kostenlos. Ein Team aus mehr als 100 speziell geschulten ehrenamtlichen Seelsorgern steht Tag und Nacht zur Verfügung: Tel. 0800 11 10 111 oder Tel. 0800 11 10 222.

Die Seelsorger in den Krankenhäusern sind nicht nur für die Patienten da. Sie kümmern sich auf Wunsch auch im die Angehörigen sowie das Personal und die Mitarbeiter in den Kliniken. Im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg gibt es Krankenhausseelsorger in der Sana Klinik Lübeck, am DRK-Krankenhaus Mölln/Ratzeburg und im ökumenischen Seelsorge-Team am UKSH Lübeck.

Weitere Infos zu allen Themen: www.kirche-ll.de


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