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Home Sonderthemen Geschäftswelt Eine elementare Entscheidung
18:20 06.11.2018
Das Grab als Begegnungestätte der Lebenden und der Toten ist hierzulande noch die Regel. Doch längst gewinnen andere Bestattungsarten an Bedeutung. FOTO: PIXARNO-STOCK.ADOBE.COM

Wie das Leben zwingt auch der Tod den Menschen gewichtige Fragen auf. Wo will man bestattet werden? Aber auch die Frage nach der Art der Bestattung gilt es zu entscheiden. Ob es eine Erd-, Feuer- oder eine Seebestattung sein soll, hängt mit den ganzpersönlichen Vorstellungen und Überzeugungen zusammen. Doch der Wunscheiner bestimmten Bestattungsart muss in Form einer letztwilligen Verfügung auch dokumentiert sein. Denn wer zu Lebzeiten keine entsprechende schriftliche Erklärung abgibt, zwingt diese nicht immer einfache Entscheidung seinen Angehörigen auf.


Erdbestattung

Die Regel ist hierzulande die Erdbestattung. Der Körper wird in einem Sarg der Erde übergeben. Während die Unversehrtheit des Körpers im Islam und Judentum nach wie vor zentral ist, sind Erd- und Feuerbestattung im Christentum inzwischen weitgehend gleichbedeutend.

Feuerbestattung

Bei der Feuerbestattung wird der Körper in einem Sarg in einem Krematorium dem Feuer übergeben. Die Einäscherung wurde bereits im Altertum bei Griechen und Römern praktiziert. Erst seit dem 19. Jahrhundert hat sich die Feuerbestattung zunehmend verbreitet und ist heutzutage der Erdbestattung gleichgestellt. Die Identität des Verstorbenen wird bei der Einäscherung gewahrt.

Die Kremation ist die Voraussetzung für weitere Formen der Bestattung: die Seebeisetzung oder auch die naturnahe Beisetzungsform an den Wurzeln von Bäumen.

Für viele Trauernde waren Gräber auf Friedhöfen lange Zeit wichtige Orte der Trauer, zu denen sie zurückkehren konnten, um sich an den Verstorbenen zu erinnern. In Deutschland besteht nicht nur bei einer Erd-, sondern auch bei einer Feuerbestattung eine Beisetzungspflicht, sei es in einem klassischen Grab, in einem Kolumbarium (Grabeskirche), auf See, in einem Bestattungswald, einer pflegefreien Gemeinschaftsgrabanlage oder auf einem namenlosen Urnenfeld.


Seebestattung

Bei der Seebestattung wird die Asche in einer biologisch abbaubaren Spezialurne, die sich im Wasser vollständig auflöst, von einem Schiff aus ins Meer gelassen. Die Angehörigen, die diese Zeremonie auf See begleiten können, erhalten eine Seekarte mit der genauen Angabe des Beisetzungsortes. Es gibt mehrere Beisetzungsgebiete in der Ost- und Nordsee, aber auch im Pazifik, Atlantik oder Mittelmeer.

Sonderformen der Bestattung

Einige besonderen Bestattungsformen, etwa der Verarbeitung eines Teils der Asche eines Verstorbenen zu einem synthetischen Diamanten oder die Luftbestattung (Verstreuen der Asche in der Luft von Heißluftballon) sind in Deutschland nicht zulässig. So sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen für eine „Diamantbestattung“ in Nachbarländer wie der Schweiz oder den Niederlanden zulässig. Luftbestattungen sind beispielsweise in Frankreich, der Schweiz und Tschechien erlaubt. Das deutsche Bestattungsgesetz hingegen verbietet die Luftbestattung.

Wie immer man seine letzte Ruhestätten gestalten möchte, der Bestatter des Vertrauens berät gerne bei allen Fragen rund um die Bestattungsart. bvb

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