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Home Sonderthemen Gesamtausgabe Gemeinsam für Klimaschutz
15:43 09.11.2020
Mit regelmäßigen Veranstaltungen möchten die Akteure von Klima pro Lübeck ihr Anliegen auch emotional in der Bevölkerung verankern. Foto: Olaf Malzahn

Das Thema Klimaschutz wird in der Hansestadt nicht erst seit „Fridays for Future“ ernst genommen. Als Zusammenschluss vieler örtlicher Organisationen, Vereine und Akteure setzt sich Klima pro Lübeck seit Jahren für die Verringerung des CO2-Ausstoßes ein.


"Man schützt schließlich, was man liebt."

Kathrin Ostertag, Sprecherin von Klima pro Lübeck


Das Bündnis ging 2013 aus einer Initiative der Lübecker Sparkasse hervor. Ihm gehören unter anderem die Stadtwerke, die beiden Kammern sowie die Stadt selbst an. Mit gebündelten Aktionen möchten die Akteure umweltfreundliche Technologie fördern und das Thema Klimaschutz auch emotional in den Köpfen der Lübecker verankern.

„Man schützt schließlich, was man liebt“, sagt Kathrin Ostertag, Sprecherin von Klima pro Lübeck. Um auf die Folgen der Erderwärmung aufmerksam zu machen, organisiert man regelmäßige Veranstaltungen – teilweise mit Preisverleihungen für Firmen oder Organisationen, die sich durch ihr Handeln um den Klimaschutz besonders verdient machen.

Im vergangenen November fand das Event „Vier Jahreszeiten und 1000 Herausforderungen“ in der Musikund Kongresshalle (MuK) statt. Mit klassischer Musik und einem Vortrag des renommierten Kieler Klimaforschers Mojib Latif wollte man generationsübergreifend ein Bewusstsein für die rasanten Veränderungen schaffen. Dabei ging es auch um ganz greifbare Fragen wie: Werden unsere Enkel eigentlich noch vier Jahreszeiten kennen – bis hin zum Schlittschuhlaufen im Winter? „Gerne hätten wir auch in diesem Jahr eine ähnliche Veranstaltung gemacht, aber das ging leider nicht“, sagt Kathrin Ostertag.

Doch aufgeschoben ist bekanntlich nicht aufgehoben. Unter dem Motto „Das Eis schmilzt“ lädt Klima pro Lübeck am 13. Februar 2021 in die MuK ein. Umrahmt von klassischer Musik wird Arved Fuchs unter anderem die Auswirkungen des Klimawandels am Beispiel der Pole erörtern. Der Arktisexperte will aber nicht nur die bekannten Szenarien immer wieder erneut bemühen – er möchte Mut machen: „Wir haben ein Problem, aber wir können es auch gemeinsam lösen – sofern wir keine weitere Zeit verlieren“, so Fuchs.

Neben öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen trägt auch der regelmäßige Austausch der Akteure untereinander dazu bei, dass die jeweiligen Firmen und Institutionen ihr tägliches Handeln nachhaltiger gestalten. So entwickelte etwa die IHK gemeinsam mit den Stadtwerken ein Energieeffizienzkonzept für ihre Räumlichkeiten in der Fackenburger Allee. Durch Verbrauchsmessungen von IHK-Mitarbeitern und den Experten der Stadtwerke wurde Einsparpotenzial ermittelt.

Als Konsequenz wurden die alten Gaskessel durch ein modernes Blockheizkraftwerk ersetzt. Durch Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung kann damit auch der Serverraum – einer der größten Stromfresser überhaupt – gekühlt werden. Außerdem wird die Beleuchtung der Tiefgarage inzwischen mit einem Bewegungsmelder geregelt. Warmwasserspeicher von Waschbecken und Kaffeeautomaten sind mittlerweile mit einer Zeitschaltuhr ausgestattet.

Einen Schwerpunkt legt die Initiative Klima pro Lübeck seit jeher auf den Ausbau von umweltfreundlicher Mobilität. So rief man 2014 den ersten E-Mobilitätstag ins Leben. Gemeinsam mit Partnern aus der Automobilindustrie klärt man seitdem zum Beispiel interessierte Unternehmer über Technik, Reichweite und Flottenlösungen auf. Für den Individualverkehr gibt es schließlich seit Jahren elektrisch betriebene Fahrzeuge mit praktikablen und ständig steigenden Reichweiten. Viele davon lassen sich auch gut für bestimmte im Wirtschaftsbetrieb einsetzen.

Um zusätzliche Anreize zu schaffen, engagiert sich das Bündnis für die Verbesserung der Ladeinfrastruktur. Allein in der Hansestadt wurden von den Stadtwerken zehn öffentliche Standorte für die Ladung von E-Fahrzeugen aufgebaut – etwa am Firmensitz in der Geniner Straße, hinter der Industrie- und Handelskammer, an der Musik- und Kongresshalle oder in der Beckergrube. Acht Ladestationen gibt es seit Kurzem außerdem im City Parkhaus in der Hüxstraße. Und auch die von der KWL betriebene Tiefgarage des Haerder Centers bietet inzwischen eine Lademöglichkeit für Elektromobilisten. pa

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