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Home Sonderthemen Nordwestmecklenburg Gesunde Augen
13:21 08.02.2019
UV-Strahlen sind mit die größte Gefahr für unser Augenlicht. FOTOS: NETZER JOHANNES, HENNING RIEDIGER - STOCK.ADOBE.COM

Unser Augenlicht ist das wohl wertvollste Sinnesorgan, das wir haben. Farben sehen, Menschen erkennen, lesen können, Landschaften und Sehenswürdigkeiten erleben – all das verbinden wir mit einem guten Sehvermögen. Wer sein Augenlicht verliert, tut sich schwer, sich im Alltag zurecht zu finden. Es gilt also, die Augen – wie alles andere im Körper – gesund zu erhalten.

Vitamine, frische Luft und Bewegung

Eine Fehlsichtigkeit lässt sich nicht durch Ernährung korrigieren. Doch Vitamine, frische Luft und Bewegung sind auch für die Augen ein Wellnessprogramm, das täglich angewendet werden sollte. Insbesondere grünes Gemüse wie Spinat oder Grünkohl enthalten Farbstoffe, die sich in der Netzhaut ablagern und sie „wie eine natürliche Sonnenbrille“ vor Schäden schützen, rät der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA).

Auf den Glimmstengel sollte man lieber verzichten. Raucher haben laut BVA ein besonders hohes Risiko an AMD (Altersbedingte Makuladegeneration) zu erkranken. Auch Diabetes schädigt die Augen und kann im fortgeschrittenen Stadium zur Erblindung führen. Der häufige Typ-II-Diabetes, die sogenannte Alterszuckerkrankheit, entsteht unter anderem durch Übergewicht und mangelnde Bewegung.

Frische Luft hilft auch bei müden, trockenen Augen. Werden die Augen nicht ausreichend mit Tränenflüssigkeit benetzt, sind die Versorgung und der Schutz der Hornhaut nicht mehr gewährleistet. Heizungsluft, die Klimaanlage im Auto oder lange Bildschirmarbeit ermüden und trocknen das Auge aus. Viel trinken, häufiges Blinzeln und gegebenenfalls Tränenersatzmittel aus der Apotheke helfen dem Auge, gesund zu bleiben. Es gibt sie als Augentropfen, Gele oder Spray, das zum Teil sogar auf die geschlossenen Lider aufgesprüht werden kann.

Wichtig sind Unterbrechungen der Bildschirmtätigkeit, damit das Auge beweglich und die Fähigkeit zur Akkomodation erhalten bleibt. Das bedeutet, dass das Auge flexibel bleibt, um sich auf Fern- und Nahsicht einstellen zu können. Wer längere Zeit in kurzer Distanz gelesen hat, sollte zur Abwechslung mal wieder in die Ferne schauen – am besten stündlich.

Um die Augen zu entlasten, gibt es speziell entwickelte Gläser für jeden Bedarf: für Bildschirmarbeiter, aber auch für diejenigen, die häufig und lange aufs Handy oder Tabletschauen, für Autofahrer oder Menschen, die eine Nachtsichtschwäche haben oder wenn Reflexe und Blendungen reduziert ewrden müssen. Doch auch das Gestell muss passen, um den gewünschten Effekt zu erzielen und die Augen optimal entlasten zu können. „Denn Gläser und Gestell stellen eine Einheit dar“, sagt Miriam Kapsegger, Sprecherin des Glasherstellers Zeiss.

Augen immer gut vor UV-Strahlen schützen

In die Sonne blinzeln – das hört sich so schön an, ist für die Augen aber der Supergau. Denn die aggressiven UV-Strahlen der Sonne schädigen die Netzhaut nachhaltig. So sollten Sonnenbrillen auf jeden Fall einen Schutz für Strahlung bis 400 nm aufweisen. Dann spricht man von vollem Schutz vor solarer UV-Strahlung. Ein guter UV-Schutz lässt sich nicht ohne weiteres,etwa anhand der Tönung der Gläser, erkennen. Bei ungeeigneten dunklen Gläsern besteht laut BVA sogar die Gefahr, dass sich wegen der dunklen Färbung die Pupillen weit öffnen und besonders viel Strahlung ins Auge dringen kann. Beim Kauf einer Sonnenbrille sollte deshalb auf das CE-Zeichen geachtet werden. Eine gute Sonnenbrille sollte zu dem das Auge rundum abdecken und auch seitlich einfallende Strahlung abschirmen.

UV-Strahlen sind auch bei bewölktem Himmer gefährlich, so dass der Brillenglashersteller Zeiss neuerdings unter dem Namen UV Protect Technologie auch in klare Gläser den vollen UV-Schutz einbaut. Laut BVA werde auch das Risiko für Augenverletzungen bei handwerklichen Arbeiten oder beim Sport unterschätzt. Die Augenärzte raten dazu, spezielle Schutzbrillen zu tragen. Bei Sportarten wie beispielsweise Squash oder Outdooraktivitäten, bei denen Äste, kleine Steinchen oder Staub das Auge verletzten können, sollte eine Sportbrille als Schutz getragen werden. Es gibt sie mit oder ohne Sehkorrektur.

Kinder mit einer Fehlsichtigkeit sollten beim Sport festsitzende, abgepolsterte Sportbrillen tragen, die nicht ohne weiteres verrutschen, zerbrechen oder splittern können. Eine schlechte Idee hingegen sei, so die Augenspezialisten, beim Sport eine ansonsten benötigte Sehhilfe einfach wegzulassen, da Hindernisse dann nicht früh genug wahrgenommen werden könnten.

Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen

Der sogenannte Grüne Star (Glaukom) und die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) gehören zu den altersbedingten Augenerkrankungen. Früh genug erkannt, können sie aber gut behandelt werden. Als Glaukom-Vorsorgeuntersuchung empfiehlt der BVA die Kombination der Sehnervenuntersuchung mit der Augeninnendruckmessung (Tonometrie). Die Makula wird mit einer Lupa an einer Spaltlampe, einem Sehtest sowie mit weiteren Methoden und Messgeräten untersucht.

Die Untersuchungen sollten regelmäßig vorgenommen werden, auch wenn noch keine Beschwerden spürbar sind. Bei erblicher Vorbelastung oder beruflichem Stress sollte das laut BVA schon ab einem Alter von 30 Jahren geschehen. Patienten mit Beschwerden oder einer Fehlsichtigkeit sollten ihre Augen ohnehin regelmäßig ärztlich untersuchen lassen. Tessa Maiborg

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