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Home Sonderthemen Gesamtausgabe Gesundheitsberufe in Schleswig-Holstein am stärksten von Covid-19 betroffenen
16:04 31.08.2020
Beschäftigte in der Altenpflege wurden besonders häufig wegen Covid-19 krankgeschrieben. Fotos: AOK/hfr

Beschäftigte in Gesundheitsberufen waren in Schleswig-Holstein von März bis Mai 2020 am stärksten von Krankschreibungen im Zusammenhang mit Covid-19 betroffen. Das ergab eine Analyse der Arbeitsunfähigkeitsdaten der Mitglieder der AOK NORDWEST. Am häufigsten haben in dem Zeitraum Beschäftigte in der Altenpflege und Medizinische Fachangestellte im Zusammenhang mit Covid-19 am Arbeitsplatz gefehlt. „Diese Ergebnisse machen deutlich, dass Beschäftigte aus systemrelevanten Branchen, die auch in der Pandemie vermehrt Kontakte zu anderen Menschen hatten, scheinbar stärker von Covid-19 betroffen waren“, sagt Dr. Christoph Vauth, stellvertretender AOK-Vorstandsvorsitzender.  

Insgesamt erhielten von den AOK-versicherten Erwerbstätigen von März bis Mai 2020 rund 680 Beschäftigte vom Arzt eine Arbeitsunfähigkeit im Zusammenhang mit einer Covid-19-Diagnose. Das entspricht 258 je 100.000 AOK-versicherte Beschäftigte oder 0,3 Prozent der AOK-versicherten Erwerbstätigen. Frauen waren häufiger betroffen als Männer. Unter den jüngeren Beschäftigten bis zu 20 Jahren waren Krankmeldungen mit Bezug zu Covid-19 am häufigsten, bei den über 60-Jährigen am seltensten. Bei mehr als zwei Drittel der Betroffenen wurde der gesicherte Nachweis des SARS-CoV- 2 auf der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung dokumentiert (68,5 Prozent), bei knapp einem Drittel ein klinischer Covid-19-Verdacht ohne Virusnachweis.

Gesundheitsberufe stark von Covid-19 betroffen

Die höchste AU-Quote (Betroffene in Prozent) wurde in Berufen der Altenpflege (0,85 Prozent), bei Medizinischen Fachangestellten (0,75 Prozent) und Angestellten in der Gesundheitsund Krankenpflege (0,6 Prozent) erreicht. Die niedrigsten Fehlzeiten im Zusammenhang mit Covid-19 zeigten sich bei Berufskraftfahrern/ innen mit einer Quote von 0,15 Prozent.

Regionale Unterschiede im Covid-19-Infektionsgeschehen spiegeln sich auch im Arbeitsunfähigkeitsgeschehen wider. Die höchste AU-Quote lag im Kreis Plön (0,37 Prozent), gefolgt von den Kreisen Pinneberg (0,34 Prozent) sowie Herzogtum- Lauenburg und Lübeck (0,32 Prozent). Im Mittelfeld lagen die Kreise Segeberg (0,24), Ostholstein (0,23) und Stormarn (0,21). Die Corona-bedingten AU-Quoten waren im Kreis Nordfriesland (0,15 Prozent), in Kiel (0,17 Prozent) und Neumünster (0,19 Prozent) im landesweiten Vergleich am geringsten.

Erkältungskrankheiten deutlich gestiegen

AU-Fälle wegen Erkrankungen der oberen Atemwege lagen im März um rund 25 Prozent höher als im Vormonat. Viele nutzten die Sonderregelung der telefonischen Krankschreibung. „Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Schleswig-Holstein hielten sich in der bisherigen Hochphase der Pandemie offenbar an die Empfehlung, bei Erkältungssymptomen sicherheitshalber zu Hause zu bleiben, um Ansteckungen zu vermeiden und nicht wegen der bloßen Attestierung einer Arbeitsunfähigkeit extra in die Praxis kommen“, so Dr. Vauth. Zugleich sollte das Risiko für eine Ausbreitung des Virus so reduziert werden. Etliche Beschäftigte wechselten ins Homeoffice, die Ansteckungsgefahr am Arbeitsplatz sank. Mitte April lag die Anzahl krankgeschriebener Beschäftigter auf dem Niveau der Vorjahre – und sank danach noch einmal deutlich.
                   

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