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Home Sonderthemen Wochenspiegel „Harte Akquise und Aktionen haben uns am Anfang stark gemacht“
14:49 12.09.2019
Die „Miss Bikini Wahl“ war in den Anfangsjahren ein echter Renner. Alfred Welack moderierte selbst. Foto: Archiv

Mit keiner geringeren Aufgabe, als das erste regelmäßig erscheinende Wochenblatt aus dem Hause der Lübecker Nachrichten aufzubauen, wurde Alfred Welack 1977 zu den LN geholt. „In unserer Region war das damals Pionierarbeit“, erinnert sich der frühere Anzeigen- und Objektleiter. In seinem Berufsleben waren die Wochenspiegel-Gründerjahre die schönste Zeit. „Das Durchbeißen hat viel Spaß gemacht. Es hat lange gedauert, bis man uns akzeptiert hat.“

NUR WENIGE MITARBEITER, ABER VIEL KREATIVITÄT

Als der Markt für Gratisblätter in den 60er- und 70erJahren boomte, haben auch die LN mit dem Format experimentiert. Zweimal blieb es beim Versuch, dann wurde unter Welacks Leitung mit der „Sundbrücke“ ein Anzeigenblatt für Fehmarn und Heiligenhafen etabliert – mit nur einer Handvoll Mitarbeiter, aber viel Kreativität. Innerhalb des Teams sei Menschlichkeit von Anfang an die höchste Devise gewesen. „Mit den daraus gewonnenen Erfahrungen haben wir dann 1979 den Lübecker Wochenspiegel ins Leben gerufen“, erzählt Welack. Den Lokalausgaben für die Hansestadt folgten bald weitere Teilausgaben für Bad Schwartau, Stockelsdorf und die Lübecker Bucht. Heute gibt es den Wochenspiegel auch in Eutin/ Malente und Reinfeld, die Gesamtauflage beträgt knapp 190 000 Exemplare.

Karstadt


VOM „KRABBENPULEN“ BIS ZUR „MISS BIKINI WAHL“

„Unsere Stärken waren von Beginn an eine harte Akquise und die Durchführung von Aktionen für Leser“, berichtet der 79-jährige Eutiner, der 2003 in den wohlverdienten Ruhestand ging. „Wir haben gezielt alle Berufsgruppen des Handels und des Handwerks angesprochen. So sind für viele Branchen der Wirtschaft wiederkehrende Sonderseiten entstanden, den Anfang machten damals die Friseure.“ Und durch vielseitige Veranstaltungen habe man sich zunehmend Akzeptanz erarbeitet.

Wir waren durch Events wie die ,Miss Bikini Wahl‘ oder das ,Krabbenpulen‘ – eine langjährig durchgeführte Aktion mit lokaler Prominenz für den guten Zweck – ständig im Gespräch bei der Leserschaft. Eine Art ,Wir-Gefühl‘ zu schaffen, war ein wesentlicher Pluspunkt. Dabei spielte auch der enge Kontakt zu den Handels- und Gewerbevereinen vor Ort eine wichtige Rolle“, meint Welack rückblickend.

AUCH DIE REDAKTION HAT SICH ENTWICKELT

Redaktionell bestimmten in den beiden Anfangsjahren Jo Busse von der LN-Sportredaktion und Redakteur Heinz Schwensfeger die Geschicke des Anzeigenblattes. Veröffentlicht wurde alles, was in der Tageszeitung keinen Platz fand.


Ohne Terminkalender geht es auch heute nicht: Der frühere Wochenspiegel-Objektleiter Alfred Welack engagiert sich im Ruhestand unter anderem im Herzsport und in der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe in seiner Wahlheimat Eutin. Die alten Zeitungen aus den Anfangsjahren des Wochenspiegel hat er sorgsam archiviert. Foto: Graap
Ohne Terminkalender geht es auch heute nicht: Der frühere Wochenspiegel-Objektleiter Alfred Welack engagiert sich im Ruhestand unter anderem im Herzsport und in der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe in seiner Wahlheimat Eutin. Die alten Zeitungen aus den Anfangsjahren des Wochenspiegel hat er sorgsam archiviert. Foto: Graap

PERSONELL WURDE DAS BLATT 1981 VERSTÄRKT

„Personell wurde der Wochenspiegel erst 1981 richtig verstärkt“, weiß Alfred Welack, der als Anzeigenleiter zusammen mit dem damaligen Redaktionsleiter Jörg Loose für klare Strukturen sorgte. „Verdienste um die weitere Entwicklung hat sich danach die Redaktionsleiterin Ulrike Hoffmeister erworben.“ Ihr folgte später Jeannette Nentwig nach. Heute ist die Leitung der Wochenspiegel-Redaktion als Teil der LN-Serviceredaktion bei Sabine Goris in guten Händen.

Der Konkurrenz hat der Wochenspiegel übrigens immer getrotzt. Seit den 90erJahren überstand die Wochenzeitung Preiskämpfe etlicher Mitbewerber. Im Raum Lübeck ist der Pionier immer noch der Platzhirsch. Zwischenzeitlich reichte das Verbreitungsgebiet der LN-Anzeigenblatt-Familie sogar von Preetz über Oldenburg bis an die polnische Grenze. „Möglich war das alles nur, weil wir unsere Arbeit engagiert, ideenreich und mit viel Liebe gemacht haben“, so Welack.

EINE RESPEKTIERTE WOCHENZEITUNG

Mit Alfred Welacks Wahl in den ersten Vorstand des „Lübeck Managements“ kam 1993 schließlich auch der Respekt zum Ausdruck, den sich der Wochenspiegel in der Hansestadt über die Jahre erworben hatte. „In der Anfangszeit mussten wir uns unsere Freiräume hart erkämpfen, wurden von den LN-Anzeigenberatern kritisch beäugt, die Konkurrenz aus dem eigenen Haus befürchteten“, erinnert sich Welack und freut sich, dass der Wochenspiegel heute ein nicht mehr wegzudenkender Teil in der Verlagsgruppe der Lübecker Nachrichten ist. VG


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