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Home Sonderthemen Gesamtausgabe Endet denn alles mit dem Tod?
14:32 08.04.2019
Burkhard Wolter ist nicht nur Bestatter, sondern auch Trauerredner und Trauerbegleiter. Foto: hfr

Hoffnung ist für Burkhard Wolter ganz wichtig. In seinen Trauerreden blickt er natürlich auf das vergangene Leben zurück, aber er versucht auch, stets eine Antwort auf den ungewissen Weg der Seele zu finden. „Hoffnung ist meiner Ansicht nach das einzige, was die Hinterbliebenen tröstet“, sagt Wolter.

Der Inhaber des Möllner Bestattungsinstituts Wolter kümmert sich somit nicht nur um eine würdevolle Beisetzung, sondern sorgt sich auch um die Hinterbliebenen – sei es am Grab als Trauerredner oder als ausgebildeter Trauerbegleiter (nach ROMPC). „Wir sind ein Familienunternehmen, das Tradition und individuelle Wünsche der Hinterbliebenen verbindet“, sagt er. Denn längst ist die Schwere eines Todesfalles in den Hintergrund getreten. Die Trauerfeier darf auch leicht und licht werden wie ein Ballon, der heutzutage schon mal während der Zeremonie empor steigt.

Trotzdem ist der Tod in vielen Familien immer noch ein Tabuthema. „Es ist aber ganz wichtig, offen darüber zu reden“, sagt Burkhard Wolter. Der Wunsch nach einer anonymen Bestattung ist fast ein Musterbeispiel für Kommunikation. „Niemand will doch wirklich vergessen werden, wir haben doch alle ein inhaltsreiches Leben. Vielleicht wollte derjenige nur erreichen, dass sich seine Kinder nicht um die Grabpflege kümmern müssen. Für die Hinterbliebenen wiederum ist es aber ganz wichtig, einen Ort zu haben, an den sie für die Trauer und die Erinnerung hingehen können.“ Auch wer sich um eine Bestattungsvorsorge kümmert und eine Sterbegeldversicherung abschließt, sollte seine Angehörigen darüber informieren und die notwendigen Schritte erläutern.

Ist ein Todesfall eingetreten, übernimmt das Bestattungsinstitut Wolter alle weiteren Schritte. Liebevoll und immer in enger Abstimmung gestaltet Wolter die Trauerfeier, von der Blumendekoration über die Musik bis hin zur Bestellung einer Kaffeetafel im Anschluss.

WOLTER BESTATTUNGSINSTITUT

Großer Eschenhorst 14, 23879 Mölln
Tel. 04542/ 84 10 41
www.bestattungsinstitut-wolter.de

Menschen, die trauern, hat die Kirchengemeinde St. Lorenz im Blick. Sie hat in ihrer Arbeit einen Schwerpunkt auf die Trauerbegleitung gelegt. Dazu gehören unter anderem das Trauercafé, die Trauergruppen und die regelmäßigen Termine, um Abschied von Sternenkindern zu nehmen. Pastorin Bettina von Seidel-Rob koordiniert die Trauerbegleitung an St. Lorenz-Lübeck.

Dieses Café ist anders: Es hat nur einmal in der Woche geöffnet. „Im Trauercafé an St. Lorenz kommen Menschen zusammen, die den Austausch mit anderen Trauernden suchen, denn es ist still geworden um sie herum“, sagt Bettina von Seidel-Rob. „Die Welt dreht sich weiter auch nach dem Tod eines lieben Menschen, nur für den Trauernden scheint sie still zu stehen.“

Zusammen mit einem Team aus ehrenamtlichen Trauerbegleitern öffnet die Pastorin Bettina von Seidel-Rob jeden Dienstag zwischen 15 und 17 Uhr das Trauercafé in der St. Lorenz-Kirche, Steinrader Weg – auch in den Ferien oder zwischen den Feiertagen.

Im kleinen Saal, Steinrader Weg 18, treffen sich regelmäßig Trauergruppen: Trauernde Eltern treffen sich jeden letzten Montag im Monat jeweils um 17 Uhr, Ansprechpartner: Michaela Binge, Bettina von Seidel-Rob (Tel. 0451/ 4 80 99 64)


Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast, da habe ich dich getragen.

Margaret Fishback Powers
Gedicht „Spuren im Sand“


Neue Trauergruppe, an verschiedenen Donnerstagen nach Absprache, Ansprechpartner: Heilwig Groß, Frederike Baasch (Tel. 0157/ 78 09 71 19 oder Tel. 0451/ 4 80 99 64)

Trauergruppe, Jeden ersten und dritten Montag im Monat, 18.30 Uhr, Ansprechpartner: Bettina von Seidel-Rob, Irena Schlechte (Tel. 0451/ 4 80 99 64).

Vier Mal im Jahr nehmen Menschen in einem gemeinsamen Ritual in der Kirche und auf dem Friedhof St. Lorenz Abschied von still geborenen Kindern. Auf dem Friedhof gibt es liebevoll gestaltete Grabstellen.

Trauernde Eltern von Sternenkindern sind eingeladen, zu einer neuen Gruppe zusammenzukommen. Die Gruppe befindet sich derzeit in der Vorbereitung. Pastorin Bettina von Seidel-Rob informiert unter Tel. 0451/ 480 99 64.

Trauerbegleitung gibt es nicht nur in Lübeck. Hinweise zu Trauercafés oder Grauergruppen gibt es oft im örtlichen Kirchenbüro, auch viele Bestattungsinstitute kennen Ansprechpartner für Hinterbliebene.


Wer auf Selbstkosten stationär in einem Pflegeheim untergebracht ist, kann Anspruch auf Hilfe zur Pflege beantragen. Alterssicherung oder Sterbegeldversicherung bleiben unberücksichtigt. Laut Sozialgerichts Gießen (14. August 2018, AZ: S 18 SO 65/16) ist die Sterbegeldversicherung unter bestimmten Voraussetzungen als Mittel der Alterssicherung zu qualifizieren und damit von der Verwertung ausgeschlossen. Eine Alterssicherung kann die Vorsorge für den Fall des Tods einschließen, da dies typischerweise ein wichtiges Anliegen alter Menschen ist. Voraussetzung ist die Zweckbindung des Geldes, es darf nicht nur auf dem Konto liegen. Die finanzielle Vorsorge für den Todesfall und der Wille, Begräbnis und Grabstätte nach eigenen Vorstellungen auszugestalten, betreffen höchstpersönliche Anliegen, die durch das allgemeine Persönlichkeitsrecht geschützt sind. dav


Ursprünglich sollten die Mapapu-Kuscheltiere Trennungskindern einen Halt geben. Aus alten Kleidern wie T-Shirts von beiden getrennt lebenden Elternteilen werden bunte, individuelle Kuscheltiere genäht, die dem Kind die Geborgenheit von Mama und Papa – trotz der Trennung – vermitteln. Diese Kuscheltiere eignen sich aber als Trost bei einem Todesfall in der Familie. So erhalten Kinder, aber auch Erwachsene auf Wunsch eine individuelle Erinnerung. Mehr Infos: www.mapapu.de

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