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Home Sonderthemen Gesamtausgabe Immer höhere Arzneimittel-Ausgaben
15:25 10.06.2019
Die Arzneimittelausgaben steigen weiter. Im Durchschnitt bekam 2018 jeder gesetzlich Versicherte in Schleswig-Holstein Arzneimittel für rund 542 Euro verordnet. Fotos: AOK/hfr

In Schleswig-Holstein steigen die Ausgaben für Arzneimittel unverändert an: Im vergangenen Jahr verordneten die niedergelassenen Ärzte im Land für die rund 2,5 Millionen gesetzlich Versicherten Medikamente im Wert von über 1,34 Milliarden Euro. Das ist ein Plus im Vergleich zum Vorjahr von über 45 Millionen Euro (3,5 Prozent). Dies teilt die AOK NORDWEST auf Basis der aktuellen Statistiken des GKV-Spitzenverbandes mit.

Kostentreiber: Neue patentgeschützte Arzneimittel

„Hauptursache dieses Anstiegs und Kostentreiber sind nach wie vor die neuen patentgeschützten Arzneimittel. Dabei verstärken immer höhere Einführungspreise diesen Trend. Wir fordern deshalb, dass die verhandelten Erstattungspreise rückwirkend vom ersten Tag des Marktzugangs gelten“, sagt AOK-Vorstandsvorsitzender Tom Ackermann. Weiteres Einsparpotenzial sieht der AOK-Chef durch den Einsatz von Biosimilars. Dabei handelt es sich um Nachahmerprodukte von hochpreisigen biologischen Arzneimitteln. „Ein konsequenter Einsatz preisgünstiger Biosimilars könnte helfen, die Kosten spürbar zu senken“, so Ackermann.

Preis am Zusatznutzen eines Wirkstoffes orientieren

Die Hochpreisstrategie bei den patentgeschützten Arzneimitteln belastet die Krankenkassen erheblich. Denn in Deutschland können Hersteller nach wie vor für die ersten zwölf Monate den Preis ihres Arzneimittels frei festlegen und Mondpreise dafür verlangen. Erst nach einem Jahr gilt ein zwischen dem Anbieter und dem GKV-Spitzenverband auf der Grundlage der frühen Nutzenbewertung ausgehandelter Erstattungspreis. „Um der Hochpreisstrategie der Pharmafirmen zu begegnen, sollten sich die Erstattungspreisverhandlungen stärker am Zusatznutzen eines Wirkstoffs orientieren und die verhandelten Preise rückwirkend ab dem ersten Tag des Marktzugangs gelten“, so Ackermann.

Im Durchschnitt bekam 2018 jeder gesetzlich Versicherte in Schleswig-Holstein Arzneimittel für rund 542 Euro verordnet. Damit lag Schleswig-Holstein unter dem bundesweiten Wert von 636 Euro. Insgesamt haben die Patienten im vergangenen Jahr Zuzahlungen für Arzneimittel in Höhe von über 79,6 Millionen Euro geleistet, das sind durchschnittlich mehr als 32 Euro je Versicherten.

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