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Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck

Home Sonderthemen Lübeck Kein Mensch muss alleine sterben
14:05 04.11.2019
Einsam auf der letzten Reise – das wünscht sich niemand. Foto: hfr

Die Lübecker Hospizbewegung wurde im Oktober 1992 gegründet. Anlass waren aufrüttelnde Medienberichte über einsames Sterben im Krankenhaus oder im Pflegeheim sowie Überlastungen und Überforderungen von Familienangehörigen bei der Begleitung Sterbender. Das gab den Impuls für die Arbeit in Form der Begleitungen für schwerstkranke und sterbende Menschen in Lübeck.

„Wir bieten Sterbebegleitungen in der häuslichen Umgebung an. Ebenso begleiten unsere mittlerweile 70 Ehrenamtlichen in Alten- und Pflegeheimen, im stationären Hospiz „Rickers-Kock-Haus“ und auf Palliative-Care-Stationen in den Sana-Kliniken oder der Uni-Klinik. Die Leistungen der Lübecker Hospizbewegung stehen jedem Lübecker Bürger kostenfrei zur Verfügung“, sagt Günter Kämer, Vorsitzender des Vereins Lübecker Hospizbewegung.

Die Hospizbewegung bietet darüber hinaus Trauernden Gesprächsmöglichkeiten in ihren Räumen an. Im Kontakt sowohl mit Einzelnen als auch in der Gruppe, die gleiches erlebt haben, wird vieles leichter und es kann zur Sprache kommen, was Hinterbliebene bewegt.

Ein Team von speziell ausgebildeten ehrenamtlichen Trauerbegleitern steht den Besuchern des dafür eingerichteten Trauercafés „Schwerelos“ einmal im Monat (zweiter Mittwoch im Monat) in der Geschäftsstelle der Lübecker Hospizbewegung und einmal im Monat im KirchenForum Kücknitz (Straßenfeld 2, jeder vierte Mittwoch im Monat) jeweils von 15 bis 17 Uhr zur Verfügung.

Die Trauerarbeit der Lübecker Hospizbewegung wird ausschließlich durch Spenden finanziert. „Wir freuen uns über jede Spende“, sagt Kämer.

LÜBECKER HOSPIZBEWEGUNG E. V.
Breite Straße 50
23552 Lübeck
Tel. 0451 / 899 77 75
www.luebecker-hospizbewegung.de


Eine Bestattung im Wald ist für viele Menschen eine Option. Foto: hfr
Eine Bestattung im Wald ist für viele Menschen eine Option. Foto: hfr

Im Wald spürt man Ruhe und Leben zugleich. Das Interesse an Urnenbeisetzungen in Wäldern nimmt seit Jahren zu – auch in Schleswig-Holstein. „Etwa 15 bis 20 Bestattungswälder gibt es derzeit im nördlichsten Bundesland“, erklärt Harald Nasse von den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten. Trotzdem handle es sich weiter um ein Nischenangebot.

Im Wald spricht man nicht von Gräbern, sondern von Ruhe-Biotopen. Ein Ruhe-Biotop ist eine Fläche im Wald, die als Grabfläche ausgewählt wird. Im Mittelpunkt befindet sich ein Baum, ein Strauch oder auch ein moosüberzogener Baumstumpf. Um dieses Naturmerkmal herum befinden sich bis zu zwölf Grabstätten für Urnen. Die Grabstätten können ein Gemeinschaftsoder ein Familienbiotop bilden. Bei einem Familien-Biotop erwirbt man alle zwölf Grabstätten zusammen und besitzt ein eigenes Ruhe-Biotop. Im Ruhe-Forst sind nur Urnenbestattungen möglich, um das Waldgebiet nicht zu belasten.

Der Platz kann auf eine Zeit von bis zu 99 Jahren erworben werden. Eine Grabpflege ist im Ruhe-Forst weder nötig noch erwünscht: Das Erscheinungsbild des Waldes soll erhalten bleiben. Die Grabpflege übernimmt die Natur. Verpflichtungen zur Grabgestaltung für die Angehörigen entfallen somit. Daher bleiben auch keine Blumen bei der Beisetzung zurück – jeglicher Grabschmuck wird wieder mitgenommen.

Jedes Ruhe-Biotop ist nummeriert und lässt sich mittels einer Karte leicht wiederfinden. Noch einfacher geht es mit einer App für das Smartphone. Diese erleichtert die Orientierung im Wald und führt die Angehörigen an den gewünschten Ort. Außerdem ist eine kleine, scheckkartengroße Tafel am Baum möglich, so dass Besucher Gewissheit haben.

Die Mitarbeiter der Forstabteilung senden Interessierten gern weitere Informationen zu und bieten kostenlose Führungen an.

LANDWIRTSCHAFTSKAMMER SCHLESWIG-HOLSTEIN WALDBESTATTUNG
Hamburger Straße 115
23795 Bad Segeberg
Tel. 04551 / 95 98 65
www.lksh.de

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