Menü
Anmelden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland

Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck

Home Sonderthemen Ostholstein Kraftfahrzeug-Innung Oldenburg: Hier sitzen echte Fachkräfte
12:49 05.02.2020
Festlicher Abschluss der Ausbildung: Die 18 freigesprochenen Junggesellen mit Innungsmeistern, Lehrern und dem Festredner. Fotos: Bernd Gerwanski

Freisprechungsfeiern der Kraftfahrzeug-Innung Oldenburg sind immer ein Großereignis für die Auszubildenden, die ihre Prüfung bestanden haben. Auch ihre Angehörigen und die Vertreter der Ausbildungsbetriebe nehmen gern in großer Zahl an diesen traditionsreichen Veranstaltungen teil. Unter der Leitung von Obermeister Björn Bigga konnten in diesem Jahr eine Junggesellin und 18 Junggesellen freigesprochen werden.

„Das ist nun ein festlicher Abschluss der Ausbildung“, erklärte der heimische Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens, der die Festrede hielt. Die Betriebe hätten die jungen Leute praktisch an den Beruf herangeführt. In der Beruflichen Schule hätten sie das theoretische Rüstzeug erhalten, das den Beruf komplett mache. Besonders in den letzten Wochen hätten die jungen Leute ihr Können und Wissen unter Beweis stellen müssen, sagte der Festredner in Anspielung auf die Gesellenprüfung. Der Gesellenbrief bedeute „ein großes Stück Freiheit“ und sei zudem ein Schritt ins Erwachsenenleben.
  

Ingo Gädechens blickte zurück auf die technische Entwicklung im Kfz-Bereich und die veränderten Anforderungen an die Werkstätten und ihre Mitarbeiter. Ob Serviceleistungen oder Reparaturen, heutzutage brauche man eine Fachwerkstatt. Selbermachen, so wie es früher oftmals der Fall war, gehe nicht mehr. „Die heutige Berufsbezeichnung Kfz-Mechatroniker weist auf den gewachsenen Anspruch hin“, sagte der Festredner. „Die Entwicklung bei den Fahrzeugen geht weiter und die Auszubildenden müssen sich in allen Zweigen ihres Berufes zurechtfinden.“  

Die besondere Ehrung (v. l.): Stellvertretender Obermeister Stephan Dröse, Jens Kuhs von der Firma Matthies, Conrad Konnopka (Innungsbester Geselle), Obermeister Björn Bigga und Festredner Ingo Gädechens.
Die besondere Ehrung (v. l.): Stellvertretender Obermeister Stephan Dröse, Jens Kuhs von der Firma Matthies, Conrad Konnopka (Innungsbester Geselle), Obermeister Björn Bigga und Festredner Ingo Gädechens.

Der Gesellenbrief sei nun ein erster krönender Abschluss für die einstigen Auszubildenden, betonte Gädechens. Für die meisten werde er aber nicht der letzte sein. „Denn sie müssen sich weiterhin Kenntnisse aneignen.“ Der Gesellenbrief sei nur ein Zwischenschritt, denn lebenslanges Lernen sei unumgänglich.

Im Anschluss leitete Björn Bigga die Ausgabe der Gesellenbriefe und der Schulzeugnisse. Als Innungsbester wurde Conrad Konnopka ausgezeichnet. Jens Kuhs von der Zulieferfirma Matthies überreichte ihm ein Stipendium. Dieses hat einen Wert von über 2000 Euro und ermöglicht die Teilnahme an verschiedenen Fortbildungsmaßnahmen. bg
   

Neue Gesellen

Anja Westphal (Autohaus am Bungsberg, Oldenburg)
Mirko Behlau (Autohaus Lange, Oldenburg)
Maurice Behling (Kfz-Meisterbetrieb Harry, Neustadt)
Rene Cremers (ASR Autoservice Rönnpage, Oldenburg)
Lukas Hagen (Autohaus Lange, Neustadt)
Ivo Alwin Heckelmann (Autohaus Lange, Oldenburg)
Silas Herold (Kfz-Meisterbetrieb Harry, Neustadt)
Noruz Hosseini (Autohaus am Bungsberg, Oldenburg)
Kevin Jungus (Auto Hagen, Neustadt)
Conrad Konnopka (Heinrich Berg, Oldenburg)
Philip Koschmann (Heinrich Berg, Oldenburg)
Keanu Kunze (Auto Hagen, Neustadt)
Julian Lange (Autoprofi Reverey, Oldenburg)
Sean-Patrick Psuja (Kfz-Service Schönwalde, Schönwalde)
Jens Rühl (Heinrich Berg, Oldenburg)
Tom Scharfenorth (Autohaus Lange, Neustadt)
Torben Schikowski (Kai Kahlert, Fehmarn)
Eric Steinicke (Gollan Service, Schashagen)
Mike Strehl (Kfz-Meisterbetrieb Harry, Neustadt)

Das Rauchen der Tonpfeife gehört zu den wichtigen Ritualen der Freisprechungsfeier.
Das Rauchen der Tonpfeife gehört zu den wichtigen Ritualen der Freisprechungsfeier.

Bei ihrer Freisprechungsfeier legt die Kfz-Innung Oldenburg großen Wert auf Tradition. Das beginnt schon damit, dass Obermeister Björn Bigga zwei Freizusprechende auffordert, die Innungslade zu öffnen, die aus dem Jahr 1921 stammt.

Fast ein Spektakel ist das Rauchen der Tonpfeife, durch das die jungen Leute erst zu wirklichen Gesellen werden. Danach wird ein Gläschen Schnaps getrunken – wohlgemerkt unter den wachsamen Augen des Obermeisters. Dieser hatte bemerkt, dass einige der Junggesellen nicht mit den Mitgliedern des Prüfungsausschusses angestoßen hatten. Daraufhin wurden sie vor die geöffnete Innungslade gerufen, denn auch ein Ladegericht gehört zu den Traditionen. Und natürlich muss die Lade auch wieder von zwei Junggesellen geschlossen werden.

Jüngeren Datums ist eine weitere liebgewordene Gewohnheit: Die Veranstaltung wird musikalisch begleitet – von der Gruppe „Celtic Grass“. Diese Tradition hatte der ehemalige Obermeister Hans-Peter Storm ins Leben gerufen. bg
  

Datenschutz