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Home Sonderthemen Gesamtausgabe Leben mit einer seltenen Autoimmunerkrankung
12:55 05.06.2020
Ob in der hausärztlichen Praxis oder nach Überweisung an einen Neurologen – bei CIDP ist eine frühzeitige Erkennung besonders wichtig. Foto: Photographee.eu - stock.adobe.com

Die chronische inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie (CIDP) ist eine seltene Autoimmunerkrankung, bei der die Isolierschicht der Nervenfasern angegriffen wird, sich entzündet und nach und nach abgebaut wird. Die Folge: Eine Störung der Signalweiterleitung in den Nerven. Dadurch kommt es zu Beeinträchtigungen in der Bewegung und der Sinneswahrnehmung. Verursacher ist das eigene Immunsystem, das bei einer Autoimmunerkrankung nicht mehr zuverlässig zwischen „eigen“ und „fremd“ unterscheiden kann und fälschlicherweise auch körpereigene Zellen zerstört. 

Eine Krankheit mit vielen Facetten

CIDP ist eine vielschichtige Erkrankung. Die Symptome können deutlich variieren. Sie entwickeln sich entweder langsam und über einen längeren Zeitraum oder in Schüben mit unterschiedlicher Intensität. Daher wird CIDP oft erst spät oder überhaupt nicht korrekt diagnostiziert.

Man unterscheidet zwischen motorischen und sensorischen Symptomen, je nachdem, ob motorische (für die Bewegung zuständige) oder sensorische (für die Wahrnehmung zuständige) Nervenfasern betroffen sind.

Zu den motorischen Symptomen zählen verminderte Kraft und Beweglichkeit oder auch Gangunsicherheit. Die CIDP zeigt sich häufig zu Beginn in einer beidseitigen Kraftlosigkeit in den Beinen oder Armen. Was mit einer leichten Muskelschwäche beginnt, kann bis hin zu Lähmungserscheinungen führen. Sensorische Symptome zeigen sich etwa in Form von Empfindungsstörungen an Händen und Füßen oder veränderter Wahrnehmung von Berührung.

Frühzeitige Diagnose entscheidend

Bei Verdacht auf eine Polyneuropathie sollte der Patient zur frühzeitigen Sicherung der genauen Diagnose an einen Neurologen verwiesen werden. Im Rahmen von weiteren Untersuchungen werden zum Beispiel andere neurologische Autoimmunerkrankungen wie das Guillain-Barré-Syndrom (akute Form der CIDP) ausgeschlossen. Auch Diabetes und Alkoholmissbrauch können zu einer chronischen Polyneuropathie führen und werden deshalb oft fälschlicherweise als Ursache vermutet.

Betroffene berichten über Leben mit CIDP

Wie Patienten mit ihrer Erkrankung umgehen und trotz CIDP ein selbstbestimmtes Leben führen, das erzählen sie in ihren ganz persönlichen Geschichten auf dem Serviceportal www.leben-mit-cidp.de.

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