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Home Sonderthemen Gesamtausgabe Professionelle Präsentation ist alles
17:47 13.02.2021
Fotos: djile, Cepren Yapkob – adobe.stock.com

Beim Bewerbungsinterview per Video ist es wichtig, das Private vom Beruflichen zu trennen. Plötzlich seid Ihr im Büro des möglichen Arbeitgebers. Also raus aus der Jogginghose – und rein ins Business-Outfit!

Skype, FaceTime, Zoom Room, Microsoft Teams, es gibt viele Apps für ein Bewerbungsinterview und diese können mittlerweile auch wirklich viel. Jetzt ist es wichtig, selbst dafür zu sorgen, dass der Auftritt professionell rüber kommt. Aber wie geht das? Hier die wichtigsten Tipps.


Das Video-Interview

Technik checken

Die Technik an sich ist kein Problem – aber die eigenen Geräte können auch mal versagen. Das ist peinlich, also solltet Ihr sie vorher gründlich testen. Läuft die Webcam, funktioniert die Handykamera, geht das Mikrofon? Wer es genau prüfen will, kann bei einigen Apps auch Testanrufe tätigen. Ein Headset macht natürlich in so einem Interview einen besonders guten Eindruck. Wichtig ist auch: Laptop mit Strom versorgen, das Handy vorher aufladen. Manchmal sind es ja die kleinen Dingen, die für Probleme sorgen.

Der Hintergund

Die Partyfotos an der Wand, die unaufgeräumten Regale, das ungemachte Bett - das ist nicht das, was der Arbeitgeber sehen will. Also: weg mit allem, was zu privat ist. Je weniger im Hintergrund zu sehen ist, desto besser, je aufgeräumter die Ansicht wirkt, desto positiver der Eindruck. Wer kein Arbeitszimmer oder übersichtliches Wohnzimmer hat, der räumt eben ein bisschen auf. Und natürlich solltet Ihr dafür sorgen, dass es nicht zu Störungen kommt. Nichts ist peinlicher, als wenn plötzlich die kleine Schwester ins Bild läuft oder der Freund nach der Zahnpasta fragt. Sagt Euren Verwandten und Freunden Bescheid, dass Ihr Ruhe für das Interview braucht.

Die Beleuchtung

Manche unterschätzen, wie wichtig die richtige Beleuchtung ist. Sie muss nicht besonders ausgetüftelt sein, aber ein bisschen solltet Ihr darauf achten. Zu dunkle Räume wirken grundsätzlich negativ. Das Licht sollte von vorne und etwas von unten kommen (aber nicht zu zu weit von unten, das sieht gespenstisch aus). Es sollte „diffus“ sein, also indirekt leuchten. Strahler solltet Ihr nicht verwenden. Ein Licht von hinten blendet, Licht von oben wirft Schatten, Licht von der Seite wirkt wie im Theater. Vielleicht reicht auch ein heller Fensterplatz. Klingt kompliziert? Ist es nicht! Macht einfachen einen Probelauf!

Handy oder Laptop

Eigentlich ist es egal, mit welchem Gerät Ihr das Interview macht, aber Handykameras sind ja oft noch besser als die von Laptops. Bei Laptops solltet Ihr darauf achten, dass der Ausschnitt, den Euer Gesprächspartner sieht, gut gewählt ist – Kopf und Schultern sollten immer sichtbar sein. Legt ein paar Bücher oder Ähnliches unter das Gerät, wenn es nicht passt. Fürs Handy müsst Ihr natürlich auch den richtigen Platz finden. Habt Ihr eine Halterung? Das Gerät in der Hand zu halten, ist nicht die beste Lösung – weil es sehr schnell wackelt. Und sich darauf zu konzentrieren, seine Hand mit den Telefon ruhig zu halten, während man sich ordentlich präsentieren will, ist wirklich nicht die beste Idee.

Körpersprache

Körpersprache, was ist das eigentlich? Es geht darum, wie Ihr eher unbewusst auf euer Gegenüber wirkt. Bei realen wie auch bei virtuellen Interviews gilt: Wichtig ist es, souverän und entspannt, aber natürlich auch aufmerksam und konzentriert zu wirken. Sucht Euch also einen bequemen Stuhl, auf dem Ihr aber aufrecht und gerade sitzen könnt. Zu viel hin und her ruckeln wirkt nervös. Wichtig ist auch, nicht auf den Bildschirm, sondern direkt in die Kamera zu schauen, das wirkt dann wie ein echter Blickkontakt. Und nicht vergessen: immer mal wieder lächeln!

Das Outfit

Nichts Grelles, nichts Schräges, nichts Schlampiges. So könnte man es vielleicht auf den Punkt bringen. Und natürlich hat es etwas mit dem Unternehmen zu tun, um das es geht. Wenn Ihr Euch bei einer Bank bewerbt, solltet Ihr Euch für das Gespräch anders kleiden, als wenn Ihr in einem Kreativbüro ein Interview habt. Es gibt aber auch ein paar Besonderheiten bei der digitalen Bewerbung, die haben etwas mit der Technik zu tun: Stark gemusterte Kleidung und ein komplett schwarzes oder weißes Outfit sollten vermieden werden – die automatische Helligkeitsanpassung der Kamera kommt damit womöglich nicht klar.

Das Profilfoto

Seriös muss die erste Eindruck wirken - das gilt eben auch für das Profilbild bei Skype oder ähnlichen Anwendungen. Nehmt also am besten das Bewerbungsfoto – und das sollte idealerwiese von einem professionllen Fotografen angefertigt worden sein.

Zeitversetztes Interview

Es gibt nicht nur Live-Bewerbungsinterviews, sondern auch eine zeitversetzte Variante. Dafür bekommtIhr die Bewerbungsfragen zugeschickt und müsst nun antworten, ohne dass Euch jemand gegenüber sitzt. Das ist gar nicht so einfach, weil man allein redet und redet und redet. Der Vorteil ist aber, dass Ihr Euch in Ruhe auf die Fragen vorbereiten könnt.

Generelle Tipps

Einige Grundlagen sind bei der Videobewerbung komplett so wie bei einem nicht digitalen Bewerbungsgespräch. Hier die wichtigsten Tipps:

- Stift und Zettel bereit halten. Euch fällt während des Gesprächs etwas ein, das Ihr später noch mal fragen wollt? Haltet Euch etwas zu schreiben bereit, dann geht keine Frage bei dem Interview unter.

- Notizen mitbringen. Vielleicht gibt es etwas, das Ihr unbedingt in dem Gespräch fragen möchtet? Macht Euch Notizen und nehmt sie mit in das Gespräch.

- Vorher üben. Ihr werdet nervös, noch bevor es eigentlich losgeht? Da seit ihr nicht die einzigen, Nervosität gehört für viele dazu. Aber wenn es Euch Sorgen macht, solltet Ihr das Gespräch vorher üben. Mit Freunden oder der Familie, aber es geht auch alleine vor einem Spiegel. So könnt ihr Körperhaltung und Gestik prüfen. Das schafft Ruhe vor dem Interview und Ihr könnt das Gespräch später dann souverän führen.

- Pünktlich sein. Seid schon eine Viertelstunde vorher bereit für das Interview. So seid Ihr nicht abgehetzt und könnt noch einmal kurz durchchecken, ob die Technik wirklich funktioniert.

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