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Home Sonderthemen Stormarn Regenwasser sammeln
15:46 15.05.2019
Eine Regenwassernutzungsanlage besteht aus Zisterne, Filter und Regenwasserzentrale. Grafik: Bornemann

Der Sommer 2018 bleibt vielen mit seinen Extremen in Erinnerung: In einigen Regionen Deutschlands gab es wochenlange Trockenheit. Angesichts solcher Naturereignisse fragt sich mancher: Wie kann ich vorsorgen?

„Eine Antwort auf diese Fragen kann die intelligente Nutzung des Regenwassers sein“, sagt Dietmar Sperfeld, Fachvereinigung Betriebs- und Regenwassernutzung in Darmstadt. Mit einer Regenwassernutzungsanlage wird Regen gesammelt, es kann dann für die WC-Spülung, zum Putzen und Wäschewaschen genutzt werden.

„Die Trinkwassereinsparung beträgt dadurch etwa 50 Prozent des häuslichen Verbrauchs“, erklärt Sperfeld. Diese Anlagen sind auch bei Starkregen hilfreich – denn die Zisterne kann viel Wasser auffangen.

„Der Regen von der Dachfläche wird gesammelt und über die Regenfallrohre durch einen Filter geleitet. Dann fließt es in einen Erdspeicher, auch Zisterne genannt“, erklärt Andreas Braun vom Zentralverband Heizung Sanitär Klima. Die Speicher lassen sich unter der Garagenzufahrt oder im Garten unterirdisch unterbringen.


Wichtig ist, dass das Regenwasser gut gereinigt wird. „Dazu dient neben dem vorgeschalteten Filter ein beruhigter Regenwasserzulauf.“ Er vermeidet, dass im Speicher Sediment aufgewirbelt wird. „Um das Wasser aus den saubersten Schichten im Behälter zu entnehmen, wird der Entnahmeschlauch schwimmend verlegt“, sagt Braun.

„Einige Dachmaterialien sind für das Auffangen und die weitere Nutzung von Wasser im Garten aber nicht oder nur beschränkt geeignet“, sagt Bernd Kirschbaum vom Umweltbundesamt. So können von Dächern aus Kupfer und Zink Metallverbindungen abgeschwemmt werden, auch bei Dächern mit Teerpappe kann die Bitumenabdichtung Biozide freisetzen. Hier sollte man von einer Regenwassergewinnung absehen.

Wer Wäsche mit Regenwasser reinigt, sollte vorsichtig sein, wenn Menschen mit schwachem Immunsystem oder Säuglinge im Haushalt leben. „Zwar werden beim Wäschewaschen mit Regenwasser durch Temperatur und Waschmittel gesundheitsgefährdende Keime in der Regel abgetötet“, sagt Kirschbaum. „Bei den anschließenden Spülungen mit kaltem Wasser ist dies aber nicht sichergestellt, so dass Keime in die Wäsche übertragen werden können.“ Dieses Risiko kann man nur durch eine geeignete Aufbereitung des Wassers ausschließen oder wenn man die Wäsche danach bügelt.

„Wer Regenwasser nutzt, braucht ein zweites Leitungssystem zusätzlich zur Trinkwasserleitung“, sagt Braun. Denn laut der Trinkwasserverordnung muss man sicher stellen, dass es an der Regenwassernutzungsanlage eine Sicherung gibt, die verhindert, dass sich Regenwasser mit Trinkwasser mischt. Diese Leitungen müssen farblich so gekennzeichnet sein, dass offensichtlich ist, dass sie kein Trinkwasser führen.

So ausgerüstet kann die Dürrezeit kommen. „Drei bis vier Wochen sollte das Wasser schon reichen, wenn der Speicher voll war“, erklärt Sperfeld. In längeren Trockenperioden könne es allerdings erforderlich sein, dass Trinkwasser nachgespeist werden muss. dpa

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