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Home Themenwelten Gesamtausgabe Schluckstörungen – harmlos oder doch gefährlich?
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09:22 07.06.2021
Das Ergebnis ist sofort auf dem Bildschirm zu sehen: Dr. med. Eike Burmester (l.) und Dr. med. Sven Callsen besprechen einen Befund nach einer HR-Manometrie. Foto: SANA

Schluckstörungen sind ein häufiges Symptom und überwiegend harmlos. Dennoch sollte jede Schluckstörung abgeklärt werden, um die Ursache zu finden. Es kann sich etwa um eine Einschluckstörung im Bereich des Mundraumes, des Rachens oder des Kehlkopfes oder um eine Störung des Transports der Nahrung in der Speiseröhre oder in den Magen handeln.

Sana Kliniken Lübeck

Einer Einschluckstörung, also dem Unvermögen, die Nahrung in die Speiseröhre zu bekommen, liegen in der Regel neurologische Erkrankungen wie nach einen Schlaganfall oder muskuläre Ursachen zugrunde, die nervenärztlich abgeklärt werden müssen. Die Prüfung des Einschluckaktes wird von Logopäden an den Sana Kliniken Lübeck als VideoSchluckuntersuchung (FEES – Flexible Endoskopische Evaluation des Schluckens) mit einem wenige Millimeter dünnen Endoskop über die Nase durchgeführt.

Schluckstörungen im Bereich der Speiseröhre sind dagegen die Domäne der Magen-Darm-Spezialisten (Gastroenterologen). PD Dr. med. Matthias J. Bahr, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin an den Sana Kliniken Lübeck, erläutert zur Diagnostik: „Wir können nicht nur mittels modernster, hochauflösender Endoskope die Speiseröhrenschleimhaut extrem detailliert begutachten, sondern auch mit endoskopischem Ultraschall millimetergenau den Wandaufbau der Speiseröhre und deren Umgebung – etwa den Lymphknoten – darstellen.“ Ergänzt werden diese Untersuchungen durch funktionelle, gastroenterologische Diagnosetechniken sowie radiologische Verfahren. „Gelegentlich kommt auch die Ultraschalluntersuchung des Halses zum Einsatz, um Veränderungen an der Schilddrüse zu erfassen“, berichtet der Chefarzt.

Welche Krankheitsbilder können am häufigsten Schluckstörungen verursachen?

Führend sind in Deutschland sicherlich sogenannte Reflux-Beschwerden („Sodbrennen“). Diese sind oft harmlos, können aber in seltenen Fällen zu Schluckbeschwerden führen, insbesondere bei entzündlich bedingten Verengungen der Speiseröhre, sogenannten peptischen Stenosen. Diese müssen gelegentlich - wenn Medikamente zur Säurehemmung nicht ausreichen - mit einer endoskopischen Aufdehnung (Ballondilatation oder Bougierung) behandelt werden.


"Mittels modernster, hochauflösender Endoskope können wir die Speiseröhrenschleimhaut extrem detailliert von innen begutachten."

PD Dr. med. Matthias J. Bahr
Chefarzt der Klinik für Innere Medizin


Langjährige Refluxbeschwerden können aber auch über einen zunächst gutartigen Schleimhautumbau der unteren Speiseröhre („Barrett-Ösophagus“) zu einer bösartigen Erkrankung, dem sogenannten Barrett-Krebs/-Karzinom führen. Dr. med. Eike Burmester, ärztlicher Leiter der Endoskopie und Ultraschallabteilung, betont: „Hier gilt unsere Aufmerksamkeit der Erkennung früher Krebsformen, um sie noch endoskopisch abzutragen und damit heilen zu können. Hierfür setzen wir während der Spiegelung spezielle Filter- und Färbetechniken (Chromoendoskopie) ein.“ Die noch verbliebene, oben genannte Barrett-Schleimhaut könne dann thermisch mittels Radiofrequenzablation (RFA) entfernt werden, so der Mediziner weiter.

Seltener liegt einer Schluckstörung ein fortgeschrittener, bösartiger Tumor zugrunde. Diese Diagnose wird meistens endoskopisch im Rahmen einer Spiegelung gestellt und durch eine feingewebliche Untersuchung (Biopsie) gesichert. Zur Festlegung der Therapie ist eine Ausbreitungsdiagnostik erforderlich, um die Ausdehnung eines Tumorleidens zu erfassen – hierzu dienen der endoskopische Ultraschall und die Computertomographie (Staging). „Bei schweren, Tumor-bedingten Schluckstörungen können wir durch endoskopisch eingebrachte Metallröhrchen (Stents) zumindest eine Nahrungspassage sicherstellen“, berichtet Dr. med. Tobias Noll, Ltd. Oberarzt an der Klinik für Innere Medizin. „Dies sichert den schwer betroffenen Patienten noch ein – wenn auch eingeschränktes – Maß an selbstbestimmter Ernährung“, sagt Dr. Noll weiter.

„Gelegentlich kann man die Ursache einer Schluckstörung nicht durch eine Spiegelung erfassen, da sie auf einer Störung der Muskelfunktion der Speiseröhrenwand beruht. Dann kommt eine Druckuntersuchung der Speiseröhre über eine Nasensonde zum Einsatz, in unserer Klinik in der modernen hochauflösenden Variante (High-Resolution-Manometrie). Auch der meist unangenehme Rückfluss von Magensäure in die untere Speiseröhre verursacht Schluckstörungen, hinterlässt aber mitunter keine sichtbaren Spuren und kann erst durch eine Impedanz-pH-Messung mittels Sonde diagnostiziert werden “, erläutert Dr. Sven Callsen, ebenfalls Oberarzt in der Gastroenterologie.

Die Experten für Gastroenterologie und Endoskopie arbeiten interdisziplinär eng mit anderen Fachabteilungen an den Sana Kliniken Lübeck zusammen. Moderne Untersuchungsmöglichkeiten zur Abklärung von Schluckstörungen werden je nach Verdachtsdiagnose individuell kombiniert und angewendet. Das Wohl der anvertrauten Patienten und deren optimale Versorgung liegt dabei allen Medizinern gleichermaßen am Herzen: „Wir verfügen über alle therapeutischen Verfahren, um unseren Patientinnen und Patienten gemeinsam mit den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten eine optimale Versorgung anbieten zu können.“


Medizinische Klinik I - Gastroenterologie, Pneumologie, Diabetologie und Allgemeine Innere Medizin

Kontakt Sekretariat: Frau Manuela Sondergeld
Telefon: 0451/585-1401
E-Mail: Manuela.Sondergeld@sana.de

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