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Home Sonderthemen Lauenburg Schön, aber selten
14:24 04.11.2019
Eine Freude auf dem Friedhof: Tulpen und Spanische Hasenglöckchen. Foto: fluwel

Viele Menschen haben ein Grab in Pflege und besuchen den Friedhof mehr oder minder regelmäßig, um die Erinnerung an liebe Verstorbene aufrecht zu halten, aber auch, um nach dem Rechten zu sehen und die Blumen zu gießen.

Im Herbst wird der Pflegeaufwand übersichtlicher: Das Grab wird aufgeräumt, die Gehölze geschnitten und das Unkraut ein letztes Mal gezupft. Die meisten Gräber werden nun mit Gestecken für die Gedenktage im November geschmückt. Zeitgleich können diese letzten Besuche auf dem Friedhof aber auch dazu genutzt werden, die Grabfläche schon für das nächste Jahr vorzubereiten: Denn Zwiebelblumen, die im Frühling blühen, müssen jetzt in die Erde.

Ob Narzissen, Tulpen oder Spanische Hasenglöckchen – mit geringem Aufwand an Zeit und Geld sieht das Grab zu Beginn des Jahres fröhlich anders aus, und der Besuch auf dem Friedhof wird zur besonderen Freude. „Farblich muss man sich nicht zurückhalten, sondern kann aus dem Vollen schöpfen“, sagt der niederländische Blumenzwiebelexperte Carlos van der Veek von Fluwel. „Wer zudem verschiedene Blumenzwiebelsorten geschickt kombiniert und bei der Auswahl auf den Blütezeitpunkt achtet, der kann im Frühjahr über viele Wochen immer wieder neue Blüten entdecken. Merkwürdig, dass in Deutschland Zwiebelblumen auf Friedhöfen immer noch eine Seltenheit sind und bisher nur wenige Menschen ihre Gräber mit den bunten Frühlingsboten zu bepflanzen.“

Blumenzwiebeln lassen sich mit einem einfachen Schippchen in die Erde bringen. Wie viele man wählt, ist natürlich abhängig von der Größe des Grabes. Je nach Gestaltung und Grundbepflanzung bieten sich unterschiedliche Arten und Sorten an. „Auch wer die Grabfläche komplett mit Bodendeckern wie Efeu oder dem Kleinen Immergrün gestaltet hat, muss auf bunte Frühjahrsblumen nicht verzichten“, sagt van der Veek. „Einfach die Zwiebeln im Herbst tief genug zwischen die bestehende Bepflanzung in den Boden drücken. Im Frühling wachsen die Frühblüher dann durch die geschlossene Pflanzendecke hindurch und nach der Blüte ziehen sie sich wieder zurück.“

Einmal gepflanzt, erscheinen die meisten Zwiebelblumen in jedem Frühjahr erneut. Viele vermehren sich im Laufe der Zeit sogar und lassen dann einmal im Jahr einen zauberhaften Blütenteppich entstehen – beispielsweise Anemone blanda oder Muscari, die es beide in Weiß und Blau gibt, die helle Puschkinia, das zierliche Schneeglöckchen oder Krokusse. fluwel


Eine Bestattung im Wald ist für viele Menschen eine Option. Foto: hfr
Eine Bestattung im Wald ist für viele Menschen eine Option. Foto: hfr

Im Wald spürt man Ruhe und Leben zugleich. Das Interesse an Urnenbeisetzungen in Wäldern nimmt seit Jahren zu – auch in Schleswig-Holstein. „Etwa 15 bis 20 Bestattungswälder gibt es derzeit im nördlichsten Bundesland“, erklärt Harald Nasse von den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten. Trotzdem handle es sich weiter um ein Nischenangebot.

Im Wald spricht man nicht von Gräbern, sondern von Ruhe-Biotopen. Ein Ruhe-Biotop ist eine Fläche im Wald, die als Grabfläche ausgewählt wird. Im Mittelpunkt befindet sich ein Baum, ein Strauch oder auch ein moosüberzogener Baumstumpf. Um dieses Naturmerkmal herum befinden sich bis zu zwölf Grabstätten für Urnen. Die Grabstätten können ein Gemeinschafts- oder ein Familienbiotop bilden. Bei einem Familien-Biotop erwirbt man alle zwölf Grabstätten zusammen und besitzt ein eigenes Ruhe-Biotop. Im Ruhe-Forst sind nur Urnenbestattungen möglich, um das Waldgebiet nicht zu belasten.

Der Platz kann auf eine Zeit von bis zu 99 Jahren erworben werden. Eine Grabpflege ist im Ruhe-Forst weder nötig noch erwünscht: Das Erscheinungsbild des Waldes soll erhalten bleiben. Die Grabpflege übernimmt die Natur. Verpflichtungen zur Grabgestaltung für die Angehörigen entfallen somit. Daher bleiben auch keine Blumen bei der Beisetzung zurück – jeglicher Grabschmuck wird wieder mitgenommen.

Jedes Ruhe-Biotop ist nummeriert und lässt sich mittels einer Karte leicht wiederfinden. Noch einfacher geht es mit einer App für das Smartphone. Diese erleichtert die Orientierung im Wald und führt die Angehörigen an den gewünschten Ort. Außerdem ist eine kleine, scheckkartengroße Tafel am Baum möglich, so dass Besucher Gewissheit haben.

Die Mitarbeiter der Forstabteilung senden Interessierten gern weitere Informationen zu und bieten kostenlose Führungen an.

LANDWIRTSCHAFTSKAMMER SCHLESWIG-HOLSTEIN WALDBESTATTUNG
Hamburger Straße 115
23795 Bad Segeberg
Tel. 04551 / 95 98 65
www.lksh.de

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