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Home Sonderthemen Gesamtausgabe So geht Energiewende: Selbstversorgung mit Strom
10:20 13.11.2020
Bürgerenergieprojekte und regionale Versorger bieten vermehrt Ökostrom an. Eoto: Faknarin - stock.adobe.com

Selbst ist der Stromerzeuger: Passgenaue Solarsysteme gibt es inzwischen für jede Wohnform. Bauherren können ganze Photovoltaik-Fassaden in ihr Einfamilienhaus einbauen. Sie sind Wand und Energielieferant zugleich und versorgen zum Beispiel die hauseigene Wall Box, eine Hochleistungssteckdose zum Aufladen des Elektroautos.

Tragbare Solargeräte

Für Mieter sind tragbare Stecker-Solargeräte gut geeignet: Sie werden in eine normale Steckdose eingestöpselt und in guter Sonnenlage auf dem Balkon oder sogar hinter einem Fenster aufgestellt. Der erzeugte Strom wird entweder direkt verbraucht oder kann in einem Akku gespeichert werden. Mit einer Leistung von bis zu 600 Watt decken sie oft den Strombedarf von Kühlschrank und anderen Dauerverbrauchern. „Vor dem Anschließen sollte man sicherstellen, dass die Leitung für die Einspeisung geeignet ist“, sagt Stefanie Binder von der BHW Bausparkasse. „Auch bei steckerfertigen Photovoltaik-Anlagen empfehlen wir, sich von einem Elektriker beraten zu lassen.“

Entsorgungsbetriebe Lübeck

Läuft der Zähler rückwärts?

Manchmal ist auch ein Zählertausch nötig: Falls mehr Strom erzeugt als verbraucht wird, gelangt der Überschuss ins allgemeine Stromnetz. Bei alten Zählern lässt sich dann beobachten, dass die Drehscheibe rückwärts läuft. Das freut den Nutzer, ist allerdings verboten. Er muss das Gerät durch einen modernen Zweirichtungszähler austauschen, der Stromeinspeisung und Entnahme separat erfasst.

Ökostrom von nebenan

Für Mieter und Wohnungseigentümer gilt, dass sie für eine feste Installation einer Solaranlage die schriftliche Erlaubnis des Vermieters oder der Eigentümergemeinschaft einholen sollten. Und wer keine eigene Anlage auf Dach, Fassade oder Balkon betreiben will? Eine Alternative: Bürgerenergieprojekte und regionale Versorger bieten zunehmend Ökostrom aus lokalen oder regionalen Windkraft-, Biomasse- und Solarkraftanlagen an.


Seit 1. November gilt das neue GEG

Seit 1. November ist es soweit – das Energieeinsparungsgesetz (EnEG), die Energieeinsparverordnung (EnEV) sowie das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) wurden von dem neuen Gebäudeenergiegesetz (GEG) abgelöst.

Mit dem Ziel, ein einheitliches Regelwerk für die energetischen Anforderungen an Gebäude zu schaffen und die Umsetzung zu erleichtern, wurde das Gebäudeenergiegesetz ins Leben gerufen. Das GEG beinhaltet unter anderem Vorgaben für Neubauten und für Bestandsgebäude zur Heizungs- und Klimatechnik sowie zum Wärmeschutz.

Bei Neubauten schreibt das GEG die Nutzung erneuerbarer Energien vor und führt neue Flexibilisierungsoptionen ein. Diese ermöglichen unter anderem, dass bei der energetischen Bilanzierung selbst erzeugter Strom angerechnet werden kann. So kann beispielsweise durch eine Photovoltaikanlage die Energiebilanz verbessert und die Anforderungen des GEG leichter erfüllt werden. Ansonsten bleibt die bisher gültige Technologieoffenheit erhalten.

Hinweis: Die energetischen Anforderungen an Gebäude wurden im GEG nicht erhöht. Bei Neubauten gilt der ehemals festgelegte Endenergiebedarf von 45 bis 60 kWh pro Quadratmeter Nutzfläche, wobei die Vorgaben für den Wärmeschutz etwas gelockert wurden. Die Anforderungen sollen 2023 überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. dpa

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