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Home Sonderthemen Geschäftswelt Steuerliche Vorteile für Familien
15:45 01.10.2018
Familien haben künftig mehr Geld zur Verfügung. FOTO: DRUBIG-PHOTO/STOCK.ADOBE

Die Bundesregierung brachte im Juni 2018 das Familienentlastungsgesetz auf den Weg. Die geplanten Kindergeld- und Kinderfreibetragserhöhungen sowie steigende Grundfreibeträge sollen die Geldbeutel der Familien in zwei Stufen ab 2019 und 2020 entlasten. „Zudem können Eltern im Rahmen ihrer Einkommensteuererklärung weitere steuerliche Vorteile nutzen“, erklärt die Steuerberaterkammer Schleswig-Holstein.

Kindergeld und Kinderfreibetrag

Der Fiskus berücksichtigt die Ausgaben für Kinder beim sogenannten Familienleistungsausgleich auf zwei Arten. Er unterstützt Eltern monatlich mit dem Kindergeld als direkte Steuervergünstigung. Dies beträgt für das erste und zweite Kind monatlich 194 Euro, für das dritte Kind monatlich 200 Euro und für das vierte und jedes weitere Kind monatlich 225 Euro.

Daneben gibt es einen Freibetrag für Kinder in Höhe von 7428 Euro, bestehend aus einem Kinderfreibetrag von 4788 Euro und einem Freibetrag für den Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf des Kindes von 2640 Euro.

Eltern können jedoch nur eine Form der Steuererleichterung geltend machen: Kindergeld oder Kinderfreibetrag. Die Finanzbehörde prüft, was für die Eltern günstiger ist. Kindergeld und Kinderfreibetrag gibt es für Kinder biszum18. Lebensjahr, für Kinder in Ausbildung bis zum 25. und für arbeitslose Kinder bis zum 21. Lebensjahr.

Kinderbetreuungskosten

Der Fiskus erkennt zwei Drittel der angefallenen Betreuungskosten bis zu maximal 4000 Euro jährlich pro Kind an, das das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Die Aufwendungen für die Kinderbetreuung sind als Sonderausgaben abziehbar. Zu den steuermindernden Dienstleistungen gehören die Unterbringung der Kinder in Kindergärten, -tagesstätten, -horten, -heimen und -krippen sowie bei Tages- oder Wochenmüttern und in Ganztagspflegestellen.

Auch Hilfen im Haushalt, etwa Au-pair-Mädchen, die auch ein Kind betreuen, werden steuermindernd anerkannt, wenn die Eltern eine Rechnung erhalten haben und die Zahlung auf ein Konto erfolgt ist. Hier ist zu beachten, dass die Verpflegungskosten keine Kinderbetreuungskosten im Sinne dieser Vorschrift und daher herauszurechnen sind.

Hilfe für Alleinerziehende

Alleinerziehende können einen Entlastungsbetrag in Höhe von 1908 Euro pro Jahr beantragen. Für jedes weitere Kind erhöht sich dieser um 240 Euro. Dieser Freibetrag unterliegt nicht der Einkommensteuer. Alleinerziehende können den Betrag entweder in ihrer Steuererklärung geltend machen oder sie beantragen die Lohnsteuerklasse II.

Ausbildungsfreibetrag

Für volljährige Kinder, die sich in Berufsausbildung befinden und auswärtig untergebracht sind, können die Eltern zur Abgeltung des entstehenden Sonderbedarfs zusätzlich zum Kinderfreibetrag einen Ausbildungsfreibetrag in Höhe von 924 Euro jährlich auf Antrag erhalten. Voraussetzung für diesen Ausbildungsfreibetrag ist, dass die Eltern für das Kind Kindergeld erhalten. Die eigenen Einkünfte und Bezüge des Kindes vermindern den Ausbildungsfreibetrag nicht.

Suchen die Steuerfachleute von morgen: Annika Hanschmann, Frauke Loßner und Dr. Henning Tometten. FOTO: HFR
Suchen die Steuerfachleute von morgen: Annika Hanschmann, Frauke Loßner und Dr. Henning Tometten. FOTO: HFR

Der Beruf des Steuerberaters und des Steuerfachangestellten ist zukunftssicher, abwechslungsreich, flexibel und bietet gute Karriereperspektiven. Außerdem hat man gute Übernahmechancen nach der Ausbildung“, erklärt Dr.Henning Tometten, Leiter der SHBB Beratungsstelle in in Eutin. „Es ist keine trockene Materie, denn wir haben viel Kontakt zu den Mandanten und jeder Fall ist anders.“

Frauke Loßner (22) befindet sich im ersten Ausbildungsjahr in der Kanzlei. „Ich habe vorher Praktika in anderen Berufszweigen gemacht, aber erst mit der Ausbildung zur Steuerfachangestellten habe ich das Richtige für mich gefunden“, erklärt die Auszubildende.

Für die zweieinhalb bis dreijährige Ausbildung benötigt man mindestens die mittlere Reife. „Bei der Ausbildungsvergütung wurde ordentlich nachgebessert“, erklärt Steuerberaterin Annika Hanschmann. So gibt es im ersten Lehrjahr 850, im zweiten 950 und im dritten Lehrjahr 1050 Euro. Auch für Umschüler, Quer- und Wiedereinsteiger gibt es Schulungsprogramme. Nach dem Berufsabschluss kann man sich zum Steuerfachwirt, Bilanzbuchhalter, Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer fortbilden. „Wir suchen sowohl Verstärkung, als auch Auszubildende für unsere Steuerberatungskanzlei und freuen uns über Bewerbungen“, erklärt Dr. Henning Tometten. kg

SHBB Steuerberatungsgesellschaft, Beratungsstelle Eutin
Dr. Henning Tometten
Janusstraße 2a, 23701 Eutin
Tel. 04521/ 79 91-0
www.eutin.shbb.de

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