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Home Sonderthemen Ostholstein Steuern: Das ändert sich im Jahr 2020
10:52 29.01.2020
Die steuerrechtlichen Neuregelungen zeigen, dass sich substanzielle Änderungen ergeben. Daher ist es unabdingbar, qualifizierten steuerlichen Rat einzuholen und einen Steuerberater heranzuziehen. Foto: StbkMarco Baass

Das Jahr 2020 beginnt mit vielen Steueränderungen. „Privatpersonen und auch Unternehmer sollten gewappnet sein, um steuerliche Fallstricke zu vermeiden“, so die Steuerberaterkammer Schleswig-Holstein

Pauschalen für Verpflegungsmehraufwendungen 

Die Verpflegungspauschale erhöht sich bei 24-stündiger Abwesenheit von 24 Euro auf 28 Euro. Bei mehr als achtstündiger Abwesenheit sowie am An- und Abreisetag von mehrtägigen Abwesenheiten erhöht sie sich von 12 Euro auf 14 Euro. Ferner wurde ein Pauschbetrag für Berufskraftfahrer eingeführt. Mehraufwendungen, die Mitarbeitern bei einer mehrtägigen beruflichen Tätigkeit entstehen, wenn sie im Kraftfahrzeug des Arbeitgebers übernachten, werden mit acht Euro pro Kalendertag abgegolten. Der Nachweis höherer Kosten bleibt möglich.

Neue Pauschalbesteuerung für Jobtickets

Der Arbeitgeber kann mit dem Arbeitnehmer eine Gehaltsumwandlung von laufendem Gehalt in das Gehaltsextra Jobticket vereinbaren und darf dafür die Steuer mit pauschal 25 Prozent übernehmen. Dies gilt für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte sowie für private Fahrten im öffentlichen Personennahverkehr. Zusätzlich sind diese Bezüge sozialversicherungsfrei.

Weiterbildungsleistungen des Arbeitgebers

Es ist eine erweiterte Steuerbefreiung für Weiterbildungsleistungen des Arbeitgebers vorgesehen, die der Verbesserung der individuellen Beschäftigungsfähigkeit von Mitarbeitern dienen sollen. Auch eine Förderung von Sprach- und Computerkursen durch den Arbeitgeber wird nun anerkannt.

Neuregelung der 44-Euro-Freigrenze

Gutscheine und Geldkarten bleiben nur noch dann steuerlich unberücksichtigt, wenn sie zusätzlich zum Arbeitslohn gewährt werden und die Karten keine Barzahlung- oder Wandlungsfunktion in Geld haben. Sie dürfen nur zum Bezug von Waren und Dienstleistungen berechtigen.

Arbeitgeberleistungen zur Gesundheitsförderung

Der Förderhöchstbetrag je Arbeitnehmer und Jahr beträgt nun 600 Euro. Bis zu diesem Betrag sind die Leistungen des Arbeitgebers an seine Arbeitnehmer steuer- und sozialversicherungsfrei.

Förderung der E-Mobilität

Die Förderung von bestimmten Elektrofahrzeugen ist erweitert worden. So sind E-Nutzfahrzeuge und E-Lastenfahrräder im Jahr der Anschaffung durch eine zusätzliche Sonderabschreibung in Höhe von 50 Prozent der Anschaffungskosten begünstigt. Zusätzlich wird eine neue Möglichkeit zur Pauschalierung der Lohnsteuer eingeführt, wenn einem Arbeitnehmer zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn unentgeltlich oder verbilligt ein betriebliches Fahrrad übereignet wird. Werden Elektrofahrzeuge als Dienstwagen genutzt, gibt es eine weitere Vergünstigung durch Herabsetzung der Bemessungsgrundlage für die Ermittlung der Privatnutzung auf ein Viertel ihrer Anschaffungskosten.

Anhebung der Kleinunternehmergrenze

Die Kleinunternehmergrenze befreit kleine Unternehmen von der Umsatzsteuer und damit auch von der Umsatzsteuer-Voranmeldungen. Die Umsatzgrenzen, die nicht überschritten werden dürfen, sind seit 1. Januar 2020 auf unter 22 000 Euro angehoben worden.

Frist zur Aufrüstung elektronischer Kassen

Die Frist zur Aufrüstung elektronischer Kassen ist bis zum 30. September 2020 verlängert. stbk


Nordrhein-Westfalen hatte 2019 die schnellsten Finanzämter Deutschlands. Das geht aus der Datenerhebung der Online-Steuererklärung Lohnsteuer-kompakt.de hervor. 47 Tage beträgt im Durchschnitt die Bearbeitungsdauer.

Vorjahres-Sieger Saarland landete 2019 mit einer Bearbeitungsdauer von 48,8 Tagen auf dem zweiten Platz. Berlin – zuletzt dreimal Erster und einmal Zweiter – landete 2019 nur auf dem vierten Platz. Am längsten müssen Steuerpflichtige in Schleswig-Holstein mit 61,2 Tagen sowie Hessen und Thüringen mit je 61,5 Tagen auf eine mögliche Steuererstattung warten.

Der bundesweite Schnitt liegt bei 54,7 Tagen und ist somit 1,4 Tage schneller als im Vorjahr. Dennoch hat sich die Bearbeitungszeit im Vergleich zum Jahr 2015 um 2,2 Tage verlangsamt.

Steuern sparen bei der Heimarbeit

Wer sich dafür ein eigenes Arbeitszimmer in seiner privaten Wohnung einrichtet, kann unter Umständen Steuern sparen. Ein häusliches Arbeitszimmer darf nicht privat oder nur sehr eingeschränkt als Wohnraum (etwa zehn Prozent) genutzt werden, sonst können die Aufwendungen auch nicht anteilig als Betriebsausgaben oder Werbungskosten berücksichtigt werden. Steuerpflichtige dürfen für ihr Arbeitszimmer im Jahr bis zu 1250 Euro als Betriebsausgaben oder Werbungskosten geltend machen. Dieser Betrag ist subjektbezogen: er verdoppelt sich, wenn zwei Personen dasselbe Zimmer nutzen. Stellt das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit dar, dürfen alle damit verbundenen Aufwendungen in voller Höhe angesetzt werden. Die Gebäudekosten sind anteilig zu berücksichtigen. Überwiegt die Arbeit im Homeoffice, kann der Arbeitnehmer einen Raum an seinen Arbeitgeber vermieten. Dann ist zu prüfen, wie der Arbeitnehmer mit den Einnahmen aus der Vermietung umzugehen hat. Entscheidend ist das Interesse des Arbeitsnehmers oder -gebers. Überwiegt das Interesse des Arbeitgebers, weil geeignete Räume im Betrieb fehlen, fallen die Mieteinnahmen unter die Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Ansonsten werden die Mieteinnahmen wie Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit behandelt. Die damit verbundenen Kosten sind nur beschränkt abzugsfähig.

Das eigene Hab und Gut hat für die meisten Menschen einen hohen Stellenwert. Gleichzeitig sollen die Angehörigen für den Ernstfall abgesichert sein.

Steuerfreibeträge bei der Erbschaftsteuer

Für Erbschaften und Schenkungen gelten steuerliche Freibeträge. Erst wenn der geerbte oder geschenkte Betrag eine bestimmte Höhe überschreitet, müssen Steuern gezahlt werden. Die Steuerfreibeträge, die alle zehn Jahre neu gewährt werden, sind umso höher, je enger die verwandtschaftliche Beziehung ist. Wer also frühzeitig beginnt, Vermögen auf die nächste Generation zu übertragen, kann diese Beträge mehrmals ausschöpfen.

Schenkung gegen Versorgungsleistungen

Wenn Eltern ihren Nachkommen Haus oder Wohnung unentgeltlich übergeben und dafür von den Kindern Versorgungsleistungen erhalten, können die Kinder solche Leistungen steuerlich geltend machen. Bei den Eltern ist die Einnahme steuerpflichtig, sie bleibt aber in der Praxis wegen gewährter Freibeträge oft ganz oder teilweise steuerfrei.

Nießbrauch bei Immobilien

Wenn Immobilien bereits zu Lebzeiten an die Erben verschenkt werden, muss dies grundsätzlich notariell beurkundet werden. Der Schenker ist mit der Eintragung im Grundbuch nicht mehr Eigentümer. Er kann sich jedoch ein sogenanntes Nießbrauchrecht sichern.

Steuerliche Besonderheiten bei Immobilien

Für die steuerliche Einstufung von Häusern und Wohnungen ist grundsätzlich deren tatsächlicher Wert relevant. Bewohnt der Erbe die Nachlassimmobilie selbst für mindestens zehn Jahre nach der Erbschaft, fällt unabhängig vom Wert der Immobilie keine Erbschaftsteuer an. Allerdings darf er die Immobilie dann während dieser Zeit weder verkaufen noch vermieten oder verpachten.

Nachlassverbindlichkeiten

Unter Nachlassverbindlichkeiten werden die Kosten gefasst, die dem Erben im Zusammenhang mit der Abwicklung oder der Erlangung des Nachlasses entstehen. Diese Aufwendungen, die notwendig sind, um das Erbe anzutreten, können die Steuerlast ebenfalls senken.

Pflichtteilsansprüche

Durch Schenkungen wird das Vermögen im Todesfall gemindert. Das hat Auswirkungen auf den Pflichtanteil. Aus diesem Grund werden Schenkungen, die in den letzten zehn Jahren vor dem Tod des Schenkers veranlasst wurden, zum Nachlass gezählt und erhöhen damit den Pflichtteilsanspruch.
   

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