Menü
Anmelden
Wetter Regenschauer
11°/5°Regenschauer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland

Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck

Home Sonderthemen Gesamtausgabe Wasser – ein wahrer Jungbrunnen
12:27 09.10.2020
In Bad Wörishofen haben sie Sebastian Kneipp ein Denkmal gebaut. Seine Wassertherapie ist weltberühmt und wird bis heute empfohlen. Foto: dpa-tmn

Ein Ort in Bayern ist das Zentrum der Kneipp-Bewegung. Wer nach Bad Wörishofen kommt, kann sich auf die Spuren des „Wasserdoktors“ begeben, eine Kur machen und sogar auf dem Golfplatz kneippen. Doch ein Kneippbad kann man sich überall, wo es Wasser gibt, leicht selbst zubereiten.

Muntermachen ist ein Spezialgebiet von Ines Wurm-Fenkl. Einfach die Arme für 10 bis 20 Sekunden in Wasser eintauchen und mit den nassen Händen den Nacken benetzen, empfiehlt sie. „Danach ist man wieder fit. Das wird auch die Tasse Kaffee des Kneippianers genannt.“

Heilpraktikerin Wurm-Fenkl lehrt an der Sebastian-Kneipp-Akademie in Bad Wörishofen im Unterallgäu. Die Hydrotherapie – die Wasserkunde nach Sebastian Kneipp – ist ihr Fachgebiet. Etwa 120 Wasseranwendungen gibt es nach der Kneippschen Lehre. Zunächst von Apothekern und Ärzten als Kurpfuscher bekämpft, gelang Kneipp 1886 der Durchbruch mit dem Buch „Meine Wasserkur“, in dem der Priester die gesundheitsfördernde Wirkung der Güsse beschrieb.

Auf blanken Sohlen übers Holz: Barfußgehen soll laut Kneippscher Lehre unter anderem das Immunsystem stärken. Foto: Bad Wörishofen
Auf blanken Sohlen übers Holz: Barfußgehen soll laut Kneippscher Lehre unter anderem das Immunsystem stärken. Foto: Bad Wörishofen

Drei Jahre später legte er mit „So sollt ihr leben“ ein zweites Standardwerk nach. Darin erläuterte er sein Gesundheitskonzept mit fünf Säulen: Wasser, Kräuter, Ernährung, Bewegung und innere Ordnung.

Kneipp reiste von 1892 an durch Europa, um die Naturheillehre bekannt zu machen. Papst Leo XIII. verlieh ihm in Rom den Titel eines päpstlichen Geheimkämmerers und ließ sich von ihm behandeln.

Heute präsentiert sich Bad Wörishofen als Zentrum der weltweiten Kneipp-Bewegung: Verbände wie der Kneippärztebund oder der Kneipp-Bund haben hier ihren Sitz, ebenso die Kneipp-Akademie. Als grünes Schmuckstück gilt der Kurpark mit Rosarium, Duft- und Aromagarten, Heilkräutergarten und einem speziellen Garten der Männergesundheit mit zwölf Heilpflanzen. An manchen Tagen ist Toni Fenkl dort mit Kurgästen unterwegs, alle mit nackten Füssen auf dem 1,1 Kilometer langen Barfußweg. 25 Stationen umfasst der Pfad. Durchhalten, mahnt Toni und zitiert Kneipp: „Gesundheit bekommt man nicht im Handel, sondern durch den Lebenswandel.“

Zuhause kneippen

Kneippsche Bäder helfen, das Immunsystem zu stärken, Erkältungskrankheiten vorzubeugen und die körperliche und seelische Gesundheit zu stabilisieren.

Die berühmteste Anwendung ist das Wassertreten. Wenn kein Tretbecken in der Nähe ist, geht das zum Beispiel auch in der Badewanne zuhause, im Bach oder direkt in der Ostsee. Auch gut: Ein Kinderplanschbecken mit ausreichender Tiefe, damit das Wasser im Stehen bis etwa knapp unter Kniehöhe reicht. Das Wasser sollte 12 bis 18 Grad temperiert sein. Man schreitet im Storchengang oder auf der Stelle, wobei abwechselnd ein Bein mit nach unten gestreckter Fußspitze komplett aus dem Wasser gezogen wird. Anschließend streift man das Wasser lediglich ab und zieht Strümpfe und Schuhe an. Bewegung wärmt auf.

Auch Barfußtreten in Tau oder Schnee wird empfohlen. Ein kleiner Spaziergang täglich durch den eigenen Garten reicht. Und überhaupt: So oft wie möglich barfuß gehen.

Ein echter Muntermacher ist ein kaltes Armbad, das man beispielsweise im Waschbecken durchführen kann. Beide Arme werden bis zur Mitte der Oberarme für etwa 30 Sekunden in das kühle Wasser getaucht. Zum Aufwärmen lässt man die Arme pendeln.

Bei Herz- oder Venenbeschwerden und anderen Vorerkrankungen ist allerdings Vorsicht geboten. Wer Kneippbäder anwenden will, sollte vorher seinen Arzt fragen. TM/dpa


Immer mehr Menschen nutzen die Vorteile der Lebensmittel-Lieferung. Alleine im August versorgten sich etwa 30 Prozent der Deutschen mit Gemüse, Fisch, Fleisch und vielem mehr durch einen Lieferdienst. Ob Frischekiste vom regionalen Landwirtschaftsbetrieb, bekannte Lieferdienste wie Eismann oder Bofrost oder der Lieferservice des Supermarktes um die Ecke, wie beispielsweise von Rewe oder Edeka – die Branche boomt. Verschiedene Tester bescheinigten den meisten Lieferungen übrigens eine gute Qualität und Service. Oft wird der Einkauf bis an die Wohnungstür gebracht, ganz egal, in welchem Stockwerk der Kunde wohnt. tm


Für Spaziergänge im Regen oder Schneematsch rät das Deutsche Schuhinstitut zu Schuhen mit einem Zwischenfutter aus Goretex oder ähnlichen Materialien. Die Füße können darin atmen, aber von außen kann keine Feuchtigkeit eindringen. Mittlerweile gibt es solche Schuhe nicht nur im Sportslook sondern auch in klassischen Schuhdesigns und in Verbindung mit Leder. Schuhe sollten täglich gewechselt werden. Denn sie brauchen etwa 24 Stunden, um „durchzulüften“. Andernfalls würden Lederschuhe schnell zur Brutstätte für Pilze werden und die Füße würden kalt, warnt das Schuhinstitut. Schuhe aus nichtatmungsaktivem Material, beispielsweise Regenstiefel, sollten nur mit Strümpfen aus wasserspeichernden Materialien wie Wolle getragen werden. tm

1
/
10
Datenschutz