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Home Sonderthemen Gesundheit & Pflege Wie wirken einzelne Lebensmittel? - MillionFriends-Methode
14:36 26.11.2018
Welche Lebensmittel lassen den ganz persönlichen Blutzucker ansteigen und begünstigen damit Übergewicht und Erkankungen? Die MillionFriends-Methode findet es heraus. FOTO: BIT24@STOCK.ADOBE.COM

MillionFriends heißt eine neue, von Medizinern und Wissenschaftlern entwickelte Methode, mit der Menschen herausfinden können, welche Lebensmittel für ihren ganz persönlichen Stoffwechsel gut geeignet und welche schädlich sind. Denn jeder Mensch verarbeitet Nahrung anders. Wir begleiten fünf MillionFriends-Anwender zwei Wochen lang und berichten, wie die Methode funktioniert.

Zunächst einmal müssen alle Teilnehmer ein bisschen Mut beweisen, wenn der etwa Zwei-Euro-Stück große Sensor am Oberarm angebracht werden muss. Das kleine Ding ist mit einer feinen Nadel ausgestattet, die in die Haut dringt. „Das war kaum zu merken“, versichert Detlef Landt, einer der fünf Testpersonen.

Alle fünf Probanden waren übrigens begeistert von der Verpackung der einzelnen Teile, die für die zweiwöchige Testphase benötigt werden. Auch die Anleitung sei klar und sehr verständlich gewesen. „Man musste nicht erst alles durchlesen, um zu verstehen, was man machen muss“, sagt Janina Krause. „Der übersichtliche Anleitungsbogen war eine große Hilfe. Man kann eigentlich sofort loslegen“, bestätigen alle.

Kleiner Pieks: Andrea Lamp bringt den Blutzucker-Sensor an Detlef Landts Oberarm an. FOTO: TESSA MAIBORG
Kleiner Pieks: Andrea Lamp bringt den Blutzucker-Sensor an Detlef Landts Oberarm an. FOTO: TESSA MAIBORG

Neben dem steril verpackten Blutzuckersensor enthielt das MillionFriends-Paket noch ein Lesegerät, eine Waage, ein Maßband, zwei Päckchen reine Glukose, zwei Röhrchen für die Stuhlprobe, die Anleitung sowie ein Begleitheft mit Vorschlägen für Mahlzeiten, die man in der Testphase zu sich nehmen sollte.

Um den Sensor auszulesen, wird ein Lesegerät mitgeliefert, das über eine App die Werte aufzeichnet. Parallel dazu übermittelt der MillionFriends-Teilnehmer seine Aktivität über die App. Zusammen mit der Auswertung der Darmbakterien, des Mikrobioms, analysieren die Wissenschaftler von MillionFriends die Wirkung einzelner Lebensmittel auf den individuellen Stoffwechsel.

Der Sensor zeigte sich in der ersten Woche bei allen Testpersonen als durchaus alltagstauglich. Teilnehmerin Andrea Lamp hat damit sogar einen Saunabesuch absolviert. Beim An- und Ausziehen sollte man aber ein bisschen vorsichtig sein.

In den ersten 24 Stunden nach dem Anbringen des Sensors kalibriert sich der Sensor noch, danach kann die Testphase beginnen. Um die Blutzuckerkurve ideal messen zu können, wird der Reaktionswert auf reine Glukose benötigt. Dazu trinken die Testpersonen einmalig auf nüchternen Magen 60 Gramm Traubenzucker in Wasser aufgelöst. Mithilfe des Lesegerätes wird der Blutzuckerwert in die App übertragen, auch der Teilnehmer kann den Wert zu jeder Zeit sofort ablesen. „Es ist klar, dass der Blutzucker durch die Glukose in die Höhe schnellt“, sagt Detlef Landt. Doch was passiert bei anderen Lebensmitteln?

Algird Fugalewitsch kann am Lesegerät sofort ablesen, wie eine Mahlzeit auf seinen Blutzucker wirkt.
Algird Fugalewitsch kann am Lesegerät sofort ablesen, wie eine Mahlzeit auf seinen Blutzucker wirkt.

Um das herauszufinden, absolvieren die Teilnehmer sogenannte Challenges, das heißt, sie testen einzelne Lebensmittel oder Kombinationen von Lebensmitteln aus. Wie dazu am besten vorgegangen werden soll, erklärt das Million-Friends Begleitheft „Meine Mahlzeiten“, das zum Paket gehört.

Mit „anfangs ein bisschen Kopfweh“ hat Janina Krause die erste Testwoche überstanden, denn „mein Körper war es gewohnt, den Zuckerspiegel ständig oben zu halten. Ich habe auch viel weniger Kaffee getrunken. Jetzt habe ich mich eingefuchst“, erzählt sie.

Jeweils zwei Stunden vor und nach jeder Mahlzeit sollen die Testpersonen möglichst nur Wasser trinken und keinen Sport treiben. Die einzelnen Mahlzeiten sollten innerhalb von 20 Minuten verzehrt werden.

Abgesehen von den Challenges soll im MillionFriends-Programm wie individuell üblich gegessen werden. Raffael Comitz hat’s mit Pizza zum Abendessen ausprobiert: „Der Blutzuckerwert schnellte auf 183 hoch und fuhr danach noch stundenlang Achterbahn. Ich bin ständig aufgewacht.“ Ebenfalls schlechte Erfahrungen hat Detlef Landt mit Kirschbaisser und Rumkugel gemacht. „Die Kurve stieg rasant an und fiel nach kurzer Zeit wieder ab. Danach fühlte ich mich total gammelig und müde.“ Ein Döner, so habe er beobachtet, mache ihm dagegen wenig aus.

Eine echte Überraschung gab’s für Janina Krause: In ihrer ersten MillionFriends-Woche hatte sie die Untersuchung angestellt, wie unterschiedlich sie Kartoffeln, Nudeln und Reis verträgt und diese Mahlzeiten getrennt von einander gegessen. „Reis treibt meinen Blutzuckerwert höher als Glukose. Das hätte ich nicht gedacht.“

In der nächsten Woche werden unsere fünf Testpersonen über ihre zweite Testwoche berichten. Eines hat sich jedenfalls schon für alle herausgestellt: „Man isst jede einzelne Mahlzeit und jedes Nahrungsmittel viel bewusster als vorher.“ Tessa Maiborg

www.millionfriends.de

Der nüchtern gemessene Blutzuckerspiegel sollte bei gesunden Erwachsenen zwischen 70 und 99 mg/dl betragen.

Zwei Stunden nach dem Essen sollte der Wert 160 mg/dl nicht übersteigen.

Nach einer Rehabilitationsmaßnahme (Reha) können Versicherte unter Umständen an einem gezielten Nachsorgeprogramm teilnehmen. Es soll dazu beitragen, die in der Reha erworbenen Kenntnisse im Alltag zu integrieren. Damit sie damit bald nach der Reha starten können, rät Dirk Manthey von der Deutschen Rentenversicherung Bund, den Reha-Arzt etwa nach der Hälfte der Reha auf ein Nachsorgeprogramm anzusprechen. Bei Bedarf können Versicherte schon aus der Reha heraus einen Anbieter suchen und Termine ausmachen. Die Deutsche Rentenversicherung bietet verschiedene Nachsorge-Programme an: T-RENA bei Problemen im Bewegungsapparat, Psy-RENA als psychosomatische Nachsorge, eine Sucht-Nachsorge und IRENA, eine intensivierte Nachsorge bei allen Erkrankungen.


Wenn Angehörige pflegebedürftig werden, entscheiden sich viele Familien, diese Pflege zu Hause ganz oder zum Teil zu übernehmen. Um sie bei dieser häuslichen Pflege zu unterstützen, bietet das Patienteninformationszentrum am UKSH Kurse für pflegende Angehörige und Interessierte an. Diese Kurse werden in Zusammenarbeit mit der UKSH Akademie, der Universität Bielefeld und der Pflegekasse AOK NordWest durchgeführt. Die Teilnahme ist kostenlos und unabhängig von der Krankenkassenzugehörigkeit.

In dem Basiskursus werden allgemeine Grundlagen und spezielle Pflegehandlungen vermittelt und unter Anleitung praktisch eingeübt, unter anderem die Bewegung des Pflegebedürftigen, Inkontinenz, die Anwendung von Hilfsmitteln sowie Ernährung und Sozialrecht.

Der Kursus „Wie geht Pflege zu Hause“ findet am 3., 10. und 17. Dezember, jeweils von 17 bis 20 Uhr im UKSH, Haus 73, Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck statt.

Anmeldung:
Patienteninformationszentrum
Tel.: 0451 / 500 136 20
www.uksh.de/Piz

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