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Home Sonderthemen Ostholstein zeitTOR Neustadt: Ein Blick in die Vergangenheit
09:24 17.12.2020
Trotz coronabedingter Schließung: Auch in diesem Jahr ist das zeiTTor- Museum der Schauplatz des Riesen-Adventskalenders. Foto: Bernd Gerwanski

Auch wenn in diesem Advent die abendlichen Veranstaltungen im zeitTOR, dem Museum der Stadt Neustadt, nicht stattfinden können und das Museum geschlossen ist, so können sich Spaziergänger zumindest über den Riesen-Adventskalender in den Fenstern des Museum erfreuen.

In diesem Zusammenhang erinnert Museumsleiter Dr. Frank Wilschewski daran, dass Neustadt auch zuvor schon schwere Zeiten erlebte. Eine solche Zeit gab es im 15. Jahrhundert, die in Neustadt zur Gründung des St.-Jürgen-Hospitals auf dem Georgenkrog führte. Festgehalten hat diese Vorgänge Johannes Hugo Koch in dem Werk „Das Neue Neustadt-Buch“ von 1980.

Der Georgenkrog dürfe nicht verwechselt werden mit dem Gogenkrog am Binnenwasser, teilt Koch mit. „Seine Lage war etwa gegenüber des heutigen McDonalds“, erläutert dazu Dr. Frank Wilschewski. „Zur damaligen Zeit war das außerhalb der Stadt.“

Die Gründung des Hospitals an dieser Stelle hat eine Vorgeschichte, die wiederum Koch beschreibt: „Kurz vor dem Jahre 1418 fand man im Grase auf einem Hügel des vorderen Holms eine geweihte Hostie, die – wie man später vermutete – wohl vom Altar entwendet war und zu abergläubischen Zwecken dienen sollte. Dieser Stätte schrieb man später besondere Heilungskraft und Wundertätigkeit zu. Die Neustädter Pfarrherr und Kirchengeschworenen beschlossen, an der Fundstelle eine Kapelle und ein Hospital zu erbauen...“ Kapelle wie auch Hospital wurden wegen des Stadtbrandes von 1419 aber erst gegen Mitte des 15. Jahrhunderts gebaut.

Das Hospital diente im wesentlichen der Verwahrung und Pflege der vom Aussatz befallenen Kranken. Dieser Krankheit, die im Laufe der Kreuzzüge aus dem Orient eingeschleppt wurde, stand man seinerzeit ziemlich ratlos gegenüber und bekämpfte sie lediglich durch die Isolierung – oder Aussetzung (daher der Name) – des Kranken.

Im Zuge der späteren Reformation sei die Kapelle „eingegangen“, berichtet Koch, „wozu wohl auch das Erlöschen der Lepra (wie der Aussatz medizinisch heißt) in Deutschland gegen Ende des 16. Jahrhunderts Anlass gab. Die sozialen Aufgaben gingen auf das Hospital zum Heiligen Geist über.“ bg