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Home Sonderthemen Ostholstein Zukunft im Handwerk
16:35 31.08.2020
Frederic La Trobe-Bateman (l.) und Martin Kruse bei der Arbeit im Betrieb. Dem einjährigen Berufsgrundbildungsjahr folgen zwei Jahre betrieblicher Ausbildung. Foto: Bernd Gerwanski

Wer eine Ausbildung im handwerklichen Bereich anstrebt, findet gute Möglichkeiten. Seit einigen Jahren sind die Schulabgängerzahlen in Deutschland rückläufig. In Folge dessen sinkt auch die Zahl der Auszubildenden. „So warteten im Bezirk der beiden schleswig-holsteinischen Handwerkskammern Lübeck und Flensburg Ende Juni 2020 noch mehr als 1500 angebotene Lehrstellen im Handwerk darauf, besetzt zu werden“, teilt die Kreishandwerkerschaft Ostholstein mit. Obgleich es auch für das Handwerk schwieriger wird, in benötigter Zahl geeignete Nachwuchskräfte für die angebotenen Ausbildungsstellen zu finden und die Auswirkungen der Corona-Krise auch an vielen Betrieben des Handwerks nicht spurlos vorbeigegangen sind, stellen die Handwerksunternehmen in den Kreisen Ostholstein und Plön im Jahr 2020 erneut eine Vielzahl an attraktiven Ausbildungsplätzen zur Verfügung.

Das Handwerk

1000 Meisterbetriebe

Insgesamt werden in den Kreisen Ostholstein und Plön derzeit rund 2000 Nachwuchskräfte in fast 1000 Meisterbetrieben des Handwerks auf die Gesellenprüfung und die Herausforderungen des Berufslebens vorbereitet. „Dabei ist inzwischen mehr als jede fünfte Nachwuchskraft des Handwerks weiblich“, berichtet die Kreishandwerkerschaft. „Zudem leistet das Handwerk einen wesentlichen Anteil an der Integration von Flüchtlingen und anderen ausländischen Mitbürgern. Waren es in bundesdeutschen Handwerksbetrieben im Jahr 2016 noch 4600 Flüchtlinge, die eine Ausbildung begonnen haben, hat sich diese Zahl im Jahr 2019 mit 16700 Nachwuchskräften aus Fluchtregionen annähernd vervierfacht.“

Digitalisierung und zukunftsorientierte Technologien wie Smart Home, Elektromobilität oder umweltbewusstes Bauen sowie attraktive Aufstiegs- und Gehaltsperspektiven und die Vielfalt von mehr als 130 Ausbildungsberufen lassen bei vielen Jugendlichen ein wachsendes Interesse an einer beruflichen Zukunft im Handwerk erkennen. „Gleichwohl sind eine Reihe von angebotenen Ausbildungsstellen des Handwerks in der Region zwischen Schwentinental und Bad Schwartau nach wie vor unbesetzt“, erläutert die Kreishandwerkerschaft .

Freie Ausbildungsplätze

Im vergangenen Jahr 2019 konnten, wie bereits in den Vorjahren, etwa zehn Prozent der angebotenen Ausbildungsplätze nicht besetzt werden. Auch in diesem Jahr muss damit gerechnet werden, dass nicht jeder Handwerksunternehmer die von ihm angebotenen Lehrstellen an die Frau oder an den Mann bringen wird.“ Freie Ausbildungsplätze gebe es unter anderem im Baugewerbe, im Elektrohandwerk, als Friseurin beziehungsweise Friseur, im Kraftfahrzeuggewerbe, im Maler- und Lackiererhandwerk, im Metallhandwerk sowie als Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs-, Klima- und Klempnertechnik und für angehende Tischler.

Das Handwerk bietet Absolventen aller Schularten die Möglichkeit einer erfolgreichen Karriere. Kreishandwerksmeister Ulrich Mietschke erklärt: „Ganz gleich, ob Frau oder Mann, und unabhängig von Herkunft oder Nationalität – wer seine Zukunft im Handwerk sieht und bereit ist, das nötige persönliche Engagement für sich und seinen Ausbildungsbetrieb einzubringen, ist im Handwerk herzlich willkommen. Schulnoten spielen dabei eine untergeordnete Rolle.“

Trotz der derzeit negativen Folgen der Corona-Krise gelte auch im Jahr 2020: „Jeder ausbildungsfähige und ausbildungswillige junge Erwachsene, der bei Wahl seines Ausbildungsberufes im Handwerk und dem Ort seines Ausbildungsbetriebes etwas Flexibilität mitbringt, wird jetzt und künftig in einem der mehr als 2800 Fachbetriebe des Handwerks in Ostholstein oder Plön einen Ausbildungsplatz und eine sichere berufliche Perspektive finden“, so der Kreishandwerksmeister für die Kreise Ostholstein und Plön weiter. Derzeit unversorgte Schulabgänger, die in diesem Jahr noch mit der Berufsausbildung im Handwerk starten möchten, sollten umgehend aktiv werden und mit den in Frage kommenden Betrieben der Region in Kontakt treten.

Ausbildung und Praktikum

Für Interessenten, die sich unsicher sind, welcher Beruf des Handwerks für sie der richtige ist, bieten viele Unternehmen auch die Möglichkeit, die Tätigkeit im Vorwege einer Ausbildung durch ein Praktikum kennenzulernen.

Darüber hinaus gibt es im Internet unter www.handwerk.de spannende Informationen über die Ausbildungsberufe des Handwerks. Mit dem „Berufe-Checker“ kann jede junge Frau und jeder junge Mann in wenigen Schritten herausfinden, welche Ausbildungsberufe des Handwerks am besten zu den eigenen Fähigkeiten und Vorstellungen passen. bg


Die Berufsausbildung zum Tischler erfolgt in zwei Schritten. Zunächst durchläuft der Auszubildende ein Berufsgrundbildungsjahr (BGJ). Dieses findet in den Beruflichen Schulen in Eutin oder Oldenburg statt. Nach Möglichkeit hat der Auszubildende während dieses Jahres bereits einen Ausbildungsvertrag mit einer Tischlerei abgeschlossen. Dort folgen zwei Jahre betriebliche Ausbildung, woran sich die Abschlussprüfung anschließt. Über Schulprojekte finden die Betriebe viele Auszubildende. Eine andere Möglichkeit sind Betriebspraktika. Ein Hauptschulabschluss reicht. Mathematik und ein räumliches Vorstellungsvermögen sind aber für den Beruf wichtig. bg
            

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